2019.10 Dolomighty – eleven.days.19

Eleven.days.of.Trails

DOLOMIGHTY 2019

Alta Badia / Pustertal

04.-14. Oktober 2019

 


Das war einer der genialsten und intensivsten Bikedays der letzten Jahre. Ein Indian Summer wie aus dem Bilderbuch, gepaart mit langen Tragepassagen und dazu die passenden Gipfeltrails auf dem schönsten Flecken Erde: den Dolomiten. Elf Touren am Stück – Trails ohne Ende, wenn man bereit ist, sich diese zu erkämpfen.

 

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2019.10 Dolomighty – eleven.days.19

Eleven.days.of.Trails

DOLOMIGHTY 2019

Alta Badia / Pustertal

04.-14. Oktober 2019

 


Das war einer der genialsten und intensivsten Bikedays der letzten Jahre. Ein Indian Summer wie aus dem Bilderbuch, gepaart mit langen Tragepassagen und dazu die passenden Gipfeltrails auf dem schönsten Flecken Erde: den Dolomiten. Elf Touren am Stück – Trails ohne Ende, wenn man bereit ist, sich diese zu erkämpfen.

B E S C H R E I B U N G

04.10.19 Sass Putia Peitlerkofel

Wer früh aufsteht und schon alles zusammengepackt hat, kann auch am Anreisetag noch eine Tour fahren. Ich fuhr am ersten Tag auf das Würzjoch bei Brixen, um schon mal eine der heftigen Touren unter die Stollen zu nehmen. Die ersten Meter gingen noch zu fahren, ehe an der Munt de Furnela der 8B zum Gömajoch abzweigt. Dort ging es auf breitem Wanderweg unterhalb der Südseite des Peitlerkofels noch flüssig voran, ehe die erste Schiebe-/Tragepassage zum Gömajoch anstand. Diese 15min. Passage ist aber gleich vorüber und das Hochtal von Campill/Vaciara öffnet seine Pforten. Ein herrlicher Blick über die Fanes und Puez Gruppe. Der Weiterweg auf dem Trail 35 in Richtung Schlüterhütte geht auch noch größtenteils zu fahren, wird aber gegen Ende eine kurze Schiebestrecke. Kurz vor dem Rifugio geht es dann auf dem CAI 4 Richtung Peitlerscharte. Dieser Weg ist auch gut zu pedalieren. Nach kurzer Rast an der Scharte heißt es zum ersten Mal Zähne zusammenbeisen und 460hm Bike tragen. Die letzten Meter zum kleinen Peitlerkofel (nur wenig niedriger als die Peitlerspitze und besser begehbar) habe ich mein Bike deponiert, da zuviel Wanderer an diesem schönen Tag unterwegs waren. Ein kurzer Fußmarsch und schon stand ich vor dem Gipfelkreuz. Top! Eine wohlverdiente Brotzeit später wagte ich mich an die Abfahrt. Diese war ein Leckerbissen. Teilweise gut verblockt, dann wieder flowig und im nächsten Moment zwingen Passagen einen zum kurzen Tragen. An der Scharte staunten die Leute nicht schlecht, hier einen Mountainbiker fahrend zu sehen. Dann ging es über den CAI 4 und CAI 8A zurück zum Würzjoch. Diese Abfahrt hat schon krassere Kehren und verblockte Passagen. Der 8A ist ein herrlicher Wandersteig, der anfangs nochmals ein wenig bergauf zu schieben war. Dann der finale Abfahrtsrausch für den ersten Tag.


05.10.19 Antoniusjoch – Heiligkreuz – Medesc

Der zweite Tag brach an und die zweite Bikebergsteiger Tour war geplant. Dazu mußte ich mit dem Auto nach La Val auf den Wanderparkplatz des Antoniusjochs. Über Wanderweg 15, 13A und final dem sacksteilen 13er Weg ging es schiebend und tragend hoch zum Antoniusjoch auf 2466m. Wer will, könnte hier zur Antoniusspitze weiter (habe schon diverse Bilder gesehen). Ich hatte noch eine lange Strecke vor. Die Abfahrt auf dem 13er ins Fanesgebiet war flüssig zu fahren. Über das Plan dles Sarenes fuhr ich bis zur Abzweigung des 7er Pfads kurz vor der Lavarella Hütte. Heute schob ich nicht den 12er zur Forc. Medesc, sondern den oberen 7er in Richtung Ju de Crusc (Heiligkreuzkofel). Wie in einer Mondlandschaft inmitten der Faneshochebene bewegte ich mich schiebend und tragend immer dem Joch entgegen. An der Kreuzkofelscharte auf 2612m bricht die steile Westflanke des Heiligkreuzkofels nach unten ab. Eine hammer Aussicht bei bestem Wetter. Dann folgte die erste heftige unbekannte Passage rüber zur Forc. de Medesc. Hier wäre es ratsamer gewesen, den Aufstiegsweg zurückzugehen und ein paar Höhenmeter mehr bergauf zu tragen. Die ersten Meter des 12B sind noch spannend über glatte Felsplatten, dann kippt der Weg ab und ist steil, rutschig, geröllig und nicht ganz ohne mit dem Bike auf dem Rucksack. Ich war froh, als ich die letzten Meter des Medesc Jochs erreichte und die Abfahrt vor Augen hatte. Diese bin ich ja schon gefahren. Die Errosion hat allerdings den Weg ein wenig in Mitleidenschaft gezogen. Dann nochmals richtig Beisen! Auf dem 12A und Kreuzweg ging es hoch zur La Crusc Rif. S. Croce (Heiligkreuzkirche) und der finale Downhill zurück zum Auto stand auf dem Programm. So rauschte ich über den 15B direkt unterhalb des Heiligkreuzkofels erschöpft und dennoch glücklich zurück zum Parkplatz.


06.10.19 Ciampei – Puez – Gherdenacia

Tag Drei und nochmals ein Klassiker. Diesmal direkt vom Hotel aus mit dem Bike bei frostigen Morgenstunden nach Colfosco und weiter über den Weg Nr. 4 zur Edelweißhütte in das schöne Puezgebirge. Ab der Hütte ging es zuerst schiebend auf der steilen Skipiste bergauf, dann über 3er und 4A querend auf den Weg Nr. 4 Richtung Forc. de Ciampei tragend bergauf. Eigentlich hatte ich den Sas Ciampac im Hinterkopf. Ich fuhr allerdings auf der Hochebene des Puez Tals in Richtung gleichnamiger Puezhütte. Diese hatte leider schon geschlossen und nur ein Wanderer war noch zu erblicken. Noch hoch auf den Puezkofel? Wie ist der Weiterweg? Nach der gestrigen Tour entschloss ich mich, direkt weiter zu fahren. Auf dem 1er Weg ging es gut weiter zum Gherdenacia. Dort hatte ich noch einen kleinen Gipfel mit Gipfelkreuz mitgenommen, ehe es in eine fantastische Abfahrt auf dem Weg 11 zur Ütia Gardenacia bergab ging. Mal flowig, dann wieder technisch und verblockt. Herrlich! Dann wählte ich allerdings die falsche Abfahrtsvariante von der Hütte auf dem 11er Weg. Dieser ist ein schwieriger Kehrentrail. Steil, geröllig und eng. Hier hätte ich eher den 5er genommen. Beim nächsten Mal ist man hoffentlich schlauer. Ermüdet kam ich am Hotel an.


07.10.19 Forcella di Lech

Über Nach hat es im Tal geregnet. Bei diesen Temperaturen hieß es im Gipfelbereich Schnee! Geplannt wäre eine heftige Schartenüberquerung mit Monte Ciaval als Finale. Den Gipfel konnte ich mir schon aus dem Kopf schlagen. Viel zu viel Schnee war sichtbar und die eisigen Stellen unberechenbar. Trotzdem fuhr ich mit dem Auto zur Capanna Alpina unterhalb des Lagazuoi. Von dort geht es richtig Steil bergauf bis zum Rif. Scotoni. Der Weiterweg war dann schon mit Biketragen verbunden. In Kehren und auf eisigem Untergrund dem Lagazuoi Hochtal entgegen. Eine Gruppe Wanderer meinten auf halber Strecke, den Weg kann ich mir sparen, da zuviel Schnee im oberen Bereich sei. Ich ging allerdings weiter bis zum Lago di Lech. Dort erblickte ich die Kehren zur Forc. d. Lech. Soll ich, oder nicht? Lange habe ich überlegt und am See eine Rast eingelegt, bis die ersten Wanderer von der Scharte entgegenkamen. Also wäre es machbar. Ich fragte die erste Wanderin, die meinte, gehend wäre es machbar, sofern ich trittsicher bin. Vom großen Lagazuoi fielen Steinbrocken die steile Wand herrunter, welche sich wie Granaten dem Tal näherten. Soll ich wirklich? Mittags war dann der erste Schnee leicht geschmolzen und ich setzte meinen Weg fort. Über Kehren, Holzbohlen und ausgesetztem Weg ging es die letzten Meter bergauf. Oben war zwar Schnee, aber eine Spur zu erspähen. So schob ich und später fahrend weiter über den 20B dem Valun de Ciampestrin entgegen. Im Grunde nicht schwer. Der Weiterweg ist eine schwere ausgeschilderte MTB Strecke zurück über den 11er Weg zum Rif. Capanna Alpina. Die Abfahrt kannte ich bereits. Kehren, Stufen, rutschige Felsen, Steilheit. Alle Zutaten für eine schwere Abfahrt. Auch wenn diese Tour anderst geplannt war, bin ich froh über die Entscheidung des Tages, auf die Forc. di Lech gegangen zu sein.


08.10.19 Tofana di Rozes – Rif Guissani – Lagazuoi Trail

Tag für Tag wurde es spassiger hier in den Dolomiten. Heute an meinem 40. Geburtstag gings hoch hinaus. Geplannt wäre eigentlich ein paar Kilometer weiter eine Runde im Sella Gebiet, aber dort war mir die Schneelage der Vortage noch zu ungewiss. Also der nächste große Klassiker in meinem Portfolio: rein ins Herz der Tofane. So fuhr ich mit dem Auto hoch zum Falzarego Pass um die ersten (bitter kalte) Kilometer Richtung Cortina in Angriff zu nehmen. Ich hätte auch den Trail neben der Straße wählen können, nur war dieser noch schlammig und ich kannte diese Abfahrt ja schon. Also Asphalt gerockt bis die Finger vor Kälte rot wurden. Dann auf einer gut ausgebauten Straße hoch zum Rifugio Dibona. Dann wechselte der Untergrund auf gut fahrbarer Schotterpiste zum Aufstieg in die Tofana di Rozes. Der Sentiero 403 hoch zum Rif. Guissani ist ein gut ausgebauter und breiter Schotterweg und wird erst im oberen Bereich zu einem schmäleren Zickzack Weg. Vorbei am alten halb zerfallenen Rif. Cantore am Fuße der kleinen Tofane ging es weiter zum etwas höhergelegenen Rif. Guissani auf 2580m Höhe. Traumhaft. Der Wind blies kräftig durch die zackige Scharte und durch das tiefe Travenanzes Tal. Eine Abfahrt dorthin wäre auch eine Option gewesen, jedoch wollte ich in eine andere Richtung. Also fuhr ich den Aufstiegsweg wieder bergab und bog auf den Friedensweg 404 ab. Ein schmaler Trail direkt unterhalb der hohen Tofane. Teils fahrbar, dann wieder schiebend rüber zu Forc. Col dei Bos. Dann führte mich mein Plan weiter auf dem Sent. della Pace Richtung Lagazuoi bis zur Forc. Travenanzes. Hier stand ich nun vor der Plan, den Lagazuoi noch zu besteigen. Jedoch waren sehr viele Wanderer unterwegs (leider war der Lift noch in Betrieb). So entschloss ich mich, meinen Tagesplan auf die Abfahrt Richtung Falzarego Pass zu beschränken. Flowig cruiste ich nicht auf der Skiabfahrtsstrecke bergab, sondern hielt mich rechts Richtung einer verfallenen Militärpoststelle (hier endet auch der Klettersteig vom Lagazuoi über das Martiniband). Der Rest der Abfahrt war dann Flow pur über einen breiteren Kehrenweg bis zum Falzarego Pass. Ein Traum von einem erfüllten Trailtag.


09.10.19 Averau – Rif Nuvolau

An diesem einem Tag hieß es Schlechtwetter Tag. Aber nicht, wenn man die richtige Tour wählt. Dank Webcams hat man schon einen Anhaltspunkt, ab welcher Höhe es sich lohnt. Nachmittags sollte es regnen, also lieber nicht zu lange unterwegs sein. So startete ich wieder mit dem Auto zum Falzarego Pass in komplettem Nebel. Mein Hotelchef meinte, ob ich wirklich heute eine Biketour machen möchte. Vom Pass aus stieg ich bei kaltem und nassfeuchtem Wetter auf mein Bike und fuhr wieder Richtung Cortina. Kurz vor dem Passo Giau biegt rechts die Straße zu den Cinque Torri ab. Komplett im Nebel fahrend erreichte ich nach kurzer Zeit das Rif. Cinque Torri. Von den fünf Gipfeln keine Spur zu sehen, obwohl ich direkt darunter vorbeifuhr. So eingeschränkt war die Sicht. Doch ich wusste, was mich erwartete. So fuhr ich noch ein kurzes Stück auf Schotter weiter, dann schob ich meinen Drahtesel hoch zum Rif. Averau. Hier blitzelte der Averau teilweise aus den Wolken hervor und verschwand sobald wieder. Ich legte mein Bike auf den Rucksack und kämpfte mich noch weiter linkerhand des Rif. Averau hoch zum Rifugio Novulau. Die Wegmarkierung war sehr schlecht zu erkennen und ich zweifelte einen kurzen Moment an meinem Vorhaben. Vielleicht bin ich ja doch zu spät dran gewesen? Nein, ein kurzer Lichtblick durch das Nebelmeer und ich sah mein Ziel. So legte ich mein Bike kurz vor der Hütte ab und suchte mir meine Spur bergauf zum Rifugio. Da war sie nun: auf einem Felsvorsprung mit auf drei Seiten abfallenden Wänden thront die Hütte. Und dazu noch über den Wolken mit herrlichem Sonnenschein. Wäre der Wind nicht gewesen, wäre das noch besser gewesen. Obwohl dieser für ständig veränderte Szenen sorgte. Mal ein Berg sichtbar, dann wieder weg. Alles in Bewegung. Nur die höchsten Berge jenseits der 2400er Grenze waren sichtbar. Wahnsinn und unvergesslich. Nach einer Rast bahnte ich mir meinen Weg nach unten ins Wolkenmeer. Zurück am Rif. Averau schob ich mein Bike auf dem 419er unterhalb der Felswand des Averau zur Forc. Averau rüber. Ein kurzes Stück war genial aus dem Fels gemeiselt. Jetzt hätte ich wieder eine andere Wegwahl treffen sollen. Nein, ich fuhr den direkten Weg auf dem 419er weiter Richtung Tal zurück zum Falzarego Pass. Dieser war ein verblockter und kaum fahrbarer Wandersteig. Die Errosion setzte dem Weg zu. So mußte ich einen Großteil schieben. Schade. Aber trotzdem beeindruckend auf dem Rif. Nuvolau gewesen zu sein.


10.10.19 Biv. della Pace de Monte Ciaval

Letztes Jahr stand ich schon vor dem Plan, den Monte Ciaval zu besteigen. Oder zumindest in dessen Nähe zu kommen. Mußte damals aber wegen Wind und Schnee abbrechen. Sollte sich das nochmals wiederholen? Das Wetter war stabil und sonnig, jeoch hat es am Vortag wieder leicht geschnieen. Ich fuhr mit dem Auto am Abreisetag meiner ersten Destination Richtung Norden und bog in St. Vigil in das Pederü Tal ab. Am Rif. Pederü stellte ich mein Auto ab und fuhr mit dem Bike die bekannte (und schon mehrmals gefahrene) Piste hoch ins Fanes Tal, zur gleichnamigen Fanes Hütte. An dieser ging es dann vorbei und weiter zum Limosee zur Gran Fanes Alm. Hier in der wunderbaren Hochebene der Fanes erblickte ich mein Tagesziel. Soll ich doch links zum Vallon Bianco? Einige Bilder im Netz lockten mich schon, aber auf solch einem Steig benötigt man A) dicke Eier und Mut und B) eigentlich keinen vereisten Untergrund. Ein Fehler und das war´s. Da hilft keine Hubschrauber mehr! Also ging es Richtung Monte Ciaval zum naheliegendem Bivacco della Pace. Aus der Ferne sieht es nach einem gemütlichen Spaziergang aus. Aber der Weg ist lang und erfordert eine gewisse Ausdauer. Die letzten Höhenmeter vor dem Bivacco (unter einem Felshügel zwischen Furcia Rossa und Mt. Ciaval) waren dann mit Schnee bedeckt. Mir war fast schon klar, dass der Monte Ciaval so nicht gefahren werden konnte. Aber vielleicht begangen? Am Bivacco auf knapp 2800m angekommen hat man eine super Sicht auf die Fanes Gipfel und ins Travenanzes Tal mit dem thronendem Tofane gegenüber. Die Stellungen des Kriegs sind größtenteils komplett zerfallen. Der Wind tobte nicht schlecht. So ließ ich mein Bike an der Holzhütte stehen und lief noch ein kurzes Stück Richtung Monte Ciaval. Der Weiterweg ist aber in dieser Wetterlage keine gute Idee, da der Weg leider vereist war und zu ausgesetzt. Also zurück zur Hütte und Landschaft geniesen. Nach langer Rast setzte ich meine Rückreise fort und fuhr den kompletten Anfahrtsweg wieder zurück. Wegen Wegebauarbeiten konnte ich leider den finalen Trail nach Pederü nicht befahren. Schade… sei´s drum, mein Ziel habe ich erreicht.


11.10.19 Dürrenstein

Zwischenzeitlich bin ich in Kiens im Pustertal gelandet und bezog mein Hotel (zusammen mit meinen Eltern) im Gassenwirt. An diesem Tag hatte ich eines der besten Wetterverhältnisse. Sonne und klare Sicht. So fuhren wir mit meinem Auto zur Plätzwiese. Ich fuhr vom Brückele aus die Straße hoch zur Plätzwiese, während meine Eltern diese mit dem Auto zurücklegten um den Strudelkopf zu bewandern. Für mich wären das zu wenig Höhenmeter und ein bißchen Warmfahren tun ja auch gut. Die leicht ansteigende Straße zieht sich in die Länge, aber relativ entspannt erreichte ich die Plätzwiese, deren Hütte und das Rifugio Dürrenstein/Vallandro. Bis hier her ist alles fahrbar. Dann hieß es das Bike schiebend Richtung Dürrenstein zu gehen. Nach ein paar Höhenmeter folgte der Sent. 40 auf direktem Weg im Zickzack (nicht wirklich steil, aber lang) hoch zum Dürrenstein Gipfel. Ich bekam viel Beifall und Respekt von den vielen Bergwanderern. Ob ich diesen Weg auch wieder runterkomme? Na klaro… Die Sicht auf die Hohe Gaisl gegenüber, den Seekofel, die Drei Zinnen Region, Marmolada usw. war hammermässig. Nur die letzten Meter zum Kreuz sparte ich mir. Auf einem vereisten Gratweg mit Seilsicherung wollte ich mein Bike nicht jonglieren. Sei´s drum – ich genoß die Landschaft. Der Rückweg war derselbe wie der Aufstieg. Nur kurzzeitiger und spassiger als der Aufstieg und komplett fahrbar. Richtige Tagesplanung!


12.10.19 Sennesspitze – Seekofelhütte – Ofenscharte – Prags

Ein Extrem auf das andere, oder? Es stand eine Passage an, die ich bereits schon machte, nur diesmal nicht über die Ju de Sennes, sondern auf dessen Gipfel die Sennesspitze. Aufwärts ging es von Pederü auf der steilen Betonstraße hoch zur Senneshütte und weiter auf Weg 7 und 27 zum Gipfel auf der Hochebene der Sennes. Schiebend und tragend dem Gipfel näher kommend. Und da war das erste Hinderniss in Sicht. Schnee! Genau in der schattigen Felspassage lag Schnee und Eis. Ich versuchte mein Glück, entschied mich aber gegen das Vorhaben, diese Passage zu begehen. Zu gefährlich. Nach mir kamen noch drei Biker, die mich beobachteten und ebenfalls diese Aufstiegsvariante gestrichen haben. Diese gingen über den steilen Geröllhang weiter nach oben und schaften mit Müh und Not diese Passage. Wie die drei wieder runterkamen kann ich nicht berichten. Ich legte ca. 2/3 des Wegs ohne Bike fort, entschloss mich aber zum Rückzug. Die Gipfelbesteigung kommt eben ein anderes Mal dran. So fuhr ich wieder bis zum Rif. Sennes zurück und bog links Richtung Seekofel Hütte ab um die Ofenscharte zu befahren. Bis zur Hütte alles kein Problem. Dann ein kurzes Stück Bike schultern und die Ofenscharte war erreicht. Traumhafte Szene hier. Nur der Abstieg war so ein biestiges Stück. Geröllig, steil und verblockt. Die ersten Meter waren kaum fahrbar. Dann ein kurzes Stück in Ordnung, darauf wieder schiebend Richtung Rossalm. Ob der Weg über Forc. Cocolain besser gewesen wäre? Ich weiß es nicht. Ich dachte jedenfalls die Abfahrt zum Pragser Wildsee sei flowig. Im Gegenteil! Der Weg war weggespühlt. So mußte ich mein Bike wieder auf den Rucksack legen. Hat es Sinn gemacht? Zurückblickend nein, aber wegen der Landschaft definitiv ja. Im Großen und ganzen ist es besser die Sennesspitze zu besteigen und über die Sennesscharte entweder Richtung Prags zu fahren, oder in Val Ciastlins zu fahren. Oder Fojedöra. Eine weitere Möglichkeit wäre die Seitenbachscharte gewesen, die ich noch nicht kenne.


13.10.19 Speikboden – Kellerbauer

Speikboden bei kaiserlichem Wetter! Zuletzt war ich dort mit der Gondel hoch und hatte ein nebliges, windiges und nasses Wetter an einem Abreisetag. Heute hatte ich mehr Zeit und Sonne. Es kommt selten vor, dass ich zweimal dieselbe Strecke fahre. Jedoch hatte ich das nicht mehr ganz so auf dem Schirm und wollte den Kellerbauer Weg bei gutem Wetter fahren. Naja, eigentlich hatte ich vor, von Weissenbach zur Chemnitzer Hütte zu fahren und den Kellerbauer Weg in die andere Richtung zu fahren. Aber unsere liebe Bedienung im Hotel war ein paar Tage zuvor noch auf dem Kellerbauer Weg unterwegs und meinte, es liegt ggf. Schnee auf der schattigen Nordseite. Also ganz spontan umgeplannt und über Luttach den Forstweg zum Speikboden unter die Stollen genommen. Gute 1000hm sind so zurückzulegen. Dann Kontrastprogramm dank der Gondel. Hier lassen sich sogar eBikes hochshuttlen um den Kilometer auf breitem Panoramaforstweg zur Treyeralm zu fahren. G´spunna! Ich ließ diese links liegen und fuhr weiter zum Trajersee um dann mein Bike auf den Sonnklarnock zu tragen. Die entgegenkommenden Wanderer staunten mal wieder nicht schlecht. Zumal ich keine Seltenheit hier ob bin. Allerdings an diesem Tag schon. Kein Biker weit und breit! Dann vom Sonnklarnock rüber zur Gipfelstation der Sonnklarhütte. Hier geht der Kellerbauerweg dann endlich los. Ein Felsplattenweg wie im Bilderbuch. Typisch Tauerngestein in Grau und Grün. Den Speikboden wollte ich begehen, wusste aber nicht den Zustand des Wegs Richtung Weissenbach einzuschätzen. Vielleicht doch Schnee? Also fuhr ich weiter. Immer dem Panorama-Kellerbauer-Weg entlang. Teilweise schiebend über Platten, dann wieder fahrend. Vorbei am Mühlwalder Jöchl, dem Gornerberg, der Henne und bis zum Gorner Joch. Dort traf ich die erste Dame von der Gorner Alm. Die letzten Kilometer war ich komplett allein. Dann die finale Abfahrt auf toller flowiger Piste. DIe letzten Serpentinen sind für Biker verboten und ich schlich mich an der Alm vorbei um auch diese noch zu befahren. Ein Muß – aber lasst euch nicht erwischen…


14.10.19 Radlseehütte – Königsanger

Heute ein König! Letzter und elfter Biketag. Das Wetter war einfach noch zu fantastisch und ich stöberte in meiner Tourendatenbank. Ha – da war noch ein alter Klassiker bei Brixen. Hoch zum Radlsee. Ich fuhr mit meinem Auto nach Gereuth auf den Wanderparkplatz des Radlsees. Dann ein paar Höhenmeter bergab und anschließend die lange Auffahrtsstrecke zum Radlsee über gut ausgebaute Forstwege. Ab der Materialseilbahn ging es nun tragend weiter bis zur Radlsee Hütte. Hier waren verblüfend viele Wanderer unterwegs. Ich schob mein Bike auf der Terrasse des Schutzhauses vorbei und führte meinen Aufstieg zum Königsanger fort, der nur ein paar extra Höhenmeter weiter oben thront. Wahnsinnige Aussicht hier oben. Heute ein König, morgen ein Kaiser? Mir reichte der König. So fuhr ich den Trail wieder zurück zur Hütte und genoß einen Cappu mit Apfelstrudel. Letzte Fehlentscheidung: 8B!!! Nehmt ihn nicht unter die Stollen. Außer ihr wollt sacksteile Spitzkehrentrails mit ausgewaschener schmaler Rinne, verblocktem Untergrund, nassen Wurzeln und zuletzt Holztreppen, welche sehr glitschig waren. Besser den 8er nehmen oder bei längerer Tourenwahl vom Königsanger den 10er oder 7er Weg nehmen. Sieht zumindest von oben besser aus. Trotzdem: Heute fühlte ich mich nochmals als „König“.



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F A Z I T

An diesen Urlaub werde ich mich hoffentlich noch lange erinnern. Soviel Glück mit dem Wetter hatte ich schon lange nicht mehr zu dieser Jahreszeit, welche in meinen Augen die schönste Saison des Jahres ist. Wenn sich alles in goldene Farben verfärbt, die Luft kühler und klarer wird, weniger Menschen sich in den Bergen rumtreiben und dazu die Wahl der Touren passt. Einfach herrlich hier in meiner Wunschzweitheimat, den Dolomiten – das schönste Gebirge der Welt! Es gibt noch ein paar Schmankerl, die noch nachholen muß und welche auf der langen To-Ride-Liste stehen… Südtirol 2020 – ich komme!