2017.08 Walchensee – Jochberg u. Herzogstand Trails

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Walchensee Trails

Jochberg/Fieberkapellentrail und Herzogstand/Pionierweg

8. August 2017

Dank unseres Feiertags in Augsburg hatten Hardy, Vinnie und ich frei und verabredeten uns zu einer Biketour in den bayr. Voralpen. Diesmal ging es zusammen an den Walchensee, um eine Trailkombi zu starten.

 

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2017.07 ALTA REZIA – St. Caterina und Tirano

Trailweek im

ALTA REZIA

St. Caterina / Tirano

15.-21. Juli 2017


Was für eine Woche! Eine Woche auf alten Schmugglerpfaden und Militärwegen biken, umgeben und hochgeradelt auf die 3000er des Alta Rezia. Zwei Destinations habe ich mir rausgepickt: St. Caterina im Herzen des Valtellina, sowie Tirano im Puschlav am Border zur Schweiz. Beides ideale Orte, um die herrlichsten Trails unter die Stollen zu nehmen.

“Mit dem Begriff Alta Rezia wird ein großflächiges Gebiet im Herzen der Engadiner Alpen im Grenzgebiet zwischen Italien und der Schweiz bezeichnet; es umfasst die Regionen Alta Valtellina, Engadin, Puschlav, Münstertal und Vinschgau. Vor einigen Jahren haben sich Bewohner und Repräsentanten der genannten Region zusammen getan, um Mountainbikern aus aller Welt die Schönheit und das Potential des Alta Rezia als Mountainbike-Eldorado zu vermitteln und die erforderlichen Strukturen zu schaffen und zu fördern. Alta Rezia bietet eine unendliche Vielfalt an Landschaften und Farben: die grünen Berge und ihre Almen, der weiße Schnee und die Gletscher, kristallklaren Seen in großer Höhe, die Weinberge in tiefer gelegegen Tälern, die berühmten Gipfel und alte Militärstrassen über verwunschene Pässe bieten Mountainbikern einfach unvergleichliche Erlebnisse.”

 

B E S C H R E I B U N G

15.7.17 Bormio3000 – Sunny Valley – La Romantica

Gleich zu Beginn der Trailwoche ein Klassiker nach dem anderen: Es lohnt sich eben, schon sehr früh aus den Federn zu hüpfen, sich 6 Stunden ins Auto zu setzen um den ganzen Tag noch zur Verfügung zu haben. So stand ich bereits um 10:30 Uhr fertig eingekleidet an der Bormio 3000 Whitelady Gondel mit dem Ticket in der Tasche. Während nebenan eine Gruppe Sprinter die Abfahrtsstrecke als Krafttraining zick mal hochgesprungen sind, wartete ich auf die schwebende Aufstiegshilfe von Bormio hoch auf über 3000m.ü.M.. Das Wetter passte natürlich und machte so richtig Laune auf Trailhetze. Auf über 3000m war es schon gut windig, also schnell ein paar Bilder knipsen, die Spur von oben checken und sich kurz orientieren. Und schon gings über einen Grat auf die Abfahrt zu. Über Steinplatten und Geröll an der Bergflanke in Richtung dem Bergsee Bei Laghetti. Das Panorama ist genauso atemberaubend, wie die Höhe, auf der ich mich befand. Erst 250 Tiefenmeter und voll geflasht. Dann geht gleich weiter und der Trail kippt nach links in Val di Sobretta an der Bocca di Profa. Immer wieder sind kleinere Schiebepassagen dabei – ein kräftezehrender Ritt mit wahnsinns Landschaft über Wurzeln, verblocktem und flowigen Trails.

Dann hieß es in Santa Caterina gegenüber meinem Hotel erst einmal warten, da die Gondel zum Sunny Valley noch Mittag machte. Ideal auch für meinen Krafttank, den es zu füllen gab. Denn die zwei nächsten Etappen sind schon noch Hammerbrocken. Trotz der Liftunterstützung noch einiges zu machen. Wegen dem kurzen Stopp an der Gondel entschloss ich mich an der Bergstation, die 2. Etappe von Sunny Valley (einem Wirt mit Blockhütte den Namen verdankend) aus zu kürzen. Man könnte natürlich die Standardroute zum Gavia Pass wählen, ich aber hatte eine Route gefunden, die zum Sobretta hoch führte. Normalerweise wäre noch eine Gipfelabfahrt dringewesen, aber ich war im Zeitdruck und bog gleich in den Alpiniweg links ab. Vorbei an Laghetto dell Alpe auf dem 562er Richtung Passstraße. Die schwere Variante war mir bei Betrachtung dann nicht ganz geheuer, ob die Strecke schon freigegeben, bzw. fertiggestellt war. Andernfalls wäre das eine lange Abfahrtsschiebepassage gewesen. So blieb ich bis zur Straße auf dem 562er. Schön flowig zu fahren.

Dann nochmals ein kurzes “Sattelfest” und Kräfte mobilisieren. Von Ponte del Alpe noch hoch zum Rifugio Gavia auf der Straße radeln. Nach kurzer Zeit ist auch dieser Abschnitt bewältigt und genauso bewältigt ist man beim Anblick des Dosegué Gletscher auf der Rückseite des Monte Matteo und Tresero. Viele Bilder später mit dem obligatorischen Bild vor dem Denkmal stand der letzte Ritt an. Über die La Romantica entlang einer Schlucht. Romantisch ist das ganze nicht. Mehrmals muß man Absätze und tiefe abfallende Passagen überwinden. Der Weg ist nicht breit und man muß das Rad gekonnt auf der Spur halten. Andernfalls wäre das das Aus. Und um dem Ganzen noch einen draufzusetzen sind reisende Bäche, skurilwirkende Brücken und kurze Schiebepassagen zu überwinden. Also was ist da romantisch? Das Panorama? Spass machte es auf jedenfall, denn das Finale stand noch an. Nach kurzer Wiesenquerung stand ich vor dem Abzweig Tresero hinunter nach Santa Caterina. Quasi die Directissima. Rechts geht´s leichter, ich wählte aber den La Romantica Spitzkehrenmassaker-Pfad. Wahnsinn! Nach einer solchen Vorroute noch dieses Finale. Die Hände schmerzten eh schon. Der Großteil der Kehren sind aber erstaunlicherweise gut zu fahren, bzw. umzusetzen. Manche zwangen mich zum Absetzen des Fußes in der Kehre. Zwischen den Kehren ist es eigenlich schon sehr flowig. Was für ein Wochenstart! So kann es weitergehen. Müde erreichte ich Santa Caterina und nach Dusche erstmal Futter suchen.

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16.7.17 Passo Zebru

Ein wahrer Klassiker am zweiten Tag. Das Überqueren des Passo Zebru gilt als Toptour in der Region Valtellina. Der Höhenmeteranteil ist nicht ganz unbeachtlich, die Höhe des Übergangs auf 3001m ist Atemberaubend und wieder einmal die Landschaft zum Niederknieen. Zuerst heißt es aber “Fleiß vor Preis”. So geht es auf der Straße am Rif. Alpina Stella vorbei bis man das Rif. Forni erreicht. Immer wieder verstecken sich steile Passagen, dann wieder durchschnittliche 10-12 Prozent. Zum Glück größtenteils im Schatten. Ab dem Rif. Forni wechselte der Untergrund auf Schotter. Die Strecke ist im Groben gesagt gut zu pedalieren. An der Malga Forni gehts ins Valle dei Cedec links weg und man sieht schon sein nächstes Ziel: Das Rif. Pizzini am Fuße des Gran Zebru, welcher auch Königsspitze genannt wird. Hier reihen sich die Ortlergrößen Gran Zebru, Zufallspitze, Zufallferner Gletscher, Monte Cevedale, usw. nebeneinander auf. In die andere Richtung zeigt der Fornigletscher seine beste Seite. Nach kurzer Mittagsrast geht´s hoch zum Passo Zebru. Hier hieß es aber eher Bikewandern. In gemütlichem Schritte hat man die letzten Höhenmeter relativ bald geschaft. Kurzes Tragen gehörte auch dazu. Die 3000er Grenze war bald überwunden und am Pass erblickte ich mein “Empfangskomitee”: eine kleine Gruppe Steinböcke und Gämsen suchte nach Nahrung – sofort kam mir der Graubünden Slogan “Carbon statt Kondition” in den Kopf, nur dass ich kein Carbon hatte – deshalb war ich anscheinend ein wenig außer Puste. (*lach*) Bei der Abfahrt sind aber alle Gedanken wieder bei Sache. Die ersten Meter waren durch Schneefelder kurz unterbrochen, dann folgte eine ausgesetzte fahrbare Passage, ehe eine seilgesicherte steile Geröllpassage anstand. Nicht ganz ungefährlich würde ich sagen. Das Rad tragend auf rutschigem Untergrund? Zum Glück schnell vorüber. Jetzt wird´s mehr fahrbar dachte ich. Im Großen war das schon so, doch Errosionsfelder des Winters unterbrachen den Flow. Auch eine paar reißende Bäche waren wieder zu überwinden. Stellenweise auch nicht ganz ungefährlich (vorallem alleine). Das ganze ist dann schnell an der Baita del Pastore vorbei und die letzten Abfahrtshöhenmeter durchs Val Zebru vernichtet man leider auf Schotterpiste. Der Tag ist noch jung dachte ich. Also noch eine Trailvariante anhängen, statt auf Asphalt hochkurbeln? Diese Passage will verdient werden, soviel schon mal vorweg! Über den Abzweig 570/568 geht es richtig steil hoch zum Confinale Trail. Das ganze ist eher eine Directissima, also schnurrstracks auf kürzestem Weg steil über losem Schotter schiebend hoch. Fahren undenkbar, nichtmal mit eBike würde ich sagen. Das muß man wollen – und schon bald war der Gipfel erreicht. Kurz noch die Füße ins kalte Bachgewässer reingehängt und dann ab in den Downhill. Die ersten Meter noch am Hang querend schön zu fahren, dann über Kehren, Wurzeln und schmalen Trampelwegen hinunter. Manchmal ist die Wegführung ein wenig schwer zu erkennen, da der Weg nicht oft gefahren wird. (Warum wohl?) Die letzten 100 Tiefenmeter mußte ich leider wegen Forstarbeit auf dem Forstweg vernichten. Müde erreichte ich wieder Santa Caterina.

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17.7.17 Ponte Tibetani

Im Grunde stand heute der gleiche Uphill wie am Vortag an und nicht ganz verwundert belächelte mich der Wirt der Pizzini Hütte, als ich durch die Tür kam. Nach kurzer Streckendebatte und Süßware hieß es diesmal nicht nochmals links hoch zum Passo Zebru, sondern durchs Valle delle Cedec am Fuße des Zufallferners den flowigen Trail bergab zu düsen. Wunderschön flowig zu fahren mit kurzer Bachquerung, dann wieder schiebend hoch Richtung Rif. Branca, welches die Basis für die Tibetani Tour gilt. Immer wieder flasht einen der Fornigletscher und die Stille, die nur durch das Rauschen des Fornibaches unterbrochen wurde. Vom Rif. Branca geht´s dann schiebend und tragend weiter, direkt über die gletschergeschliffenen Felsen und die Tibetanisch anmutenden Hängebrücke über den tobenden Gebirgsbach. Wahnsinn!!! Dann ein Abfahrtsflowerlebnis am tobenden Bach entlang bis zum Rif. Forni. Alles fahrbar würde ich sagen. Ab dem Rif. Forni dann ein kurzes Stück auf der Straße bis Rif. Stella Alpina und wieder links auf dem Trail bergab. Ein kurzes Bikewandern und ein Trailfinale bis Santa Caterina. Stellenweise sind kurze Schiebepassagen dabei, aber größtenteils fahrbar. Die Tibetani Tour gehört definitiv auch zu den Must Do´s eines Mountainbikers im Valtellina!

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18.7.17 Ercavallo – Passo Graole

Heute stand eine Entscheidung an, ob ich wegen Wetterumschwung im Laufe der Woche diese Tour machen soll oder gleich Richtung Tirano fahren soll. Glücklicherweise entschied ich mich für den “alten Plan” und so fuhr ich mit dem Auto über den Gavia Pass auf die andere Seite bis nach Pezzo. Die Autofahrt ist schon spektakulär über die schmale Passstraße. In Pezzo biegen die meisten Alpencrosser links Richtung Montozzoscharte ab. Auch meine Route führte auf der besagten AlpX Route. Von Pezzo bis Case di Viso, einem alten Bergdorf (aktuell mehr Museum), geht´s gemütlich auf Asphalt bergauf. Dann ein kurzes Stück auf Pflasterweg durch´s Dorf und weiter bergan auf Schotter. Das Militär wusste damals schon wie man die Wegführung gemütlich gestalten kann. In angenehmer Steigung Kehre für Kehre schraubt man sich hoch bis zum Rif. Bozzi. Nur kurz zuvor muß man vom Sattel steigen. Dass die Landschaft atemberaubend ist, muß ich wohl nicht erwähnen. Nach kurzer Stärkung verlasse ich die Montozzoscharten Route (sind nur ein paar Höhenmeter bis zu dieser Scharte) und biege nach links auf den Alta Via Camuna ab. Einer ausgestetzen Militärstrecke leicht ansteigend Richtung Ercavallo und Passo Graole. Für manche Passagen braucht es “Eier in der Hose”. Der Weg ist stellenweise stark abfallend und durch Murenabgänge abgerutscht. Keine Seilsicherung oder ähnliches. Linkerhand Abgrund, rechts der Fels oder die steile Geröllhänge. Fahren definitiv nicht ratsam. Erst das letzte Stück vor dem Lago Ercavallo ist dann wieder fahrbar. Dann heißt es noch mal Zähne zusammenbeisen. Im Wechsel zwischen Bikewandern und Wandern mit Übergepäck auf den Schultern geht der Weg hoch zum Passo Graole. Zwei Biker gesellten sich kurz dazu, welche aber ein anderes Tempo an den Tag legten. Ich mußte einfach immer wieder Fotostopps einlegen, denn zu schön war der Wechsel der Landschaft. Geröll, Steinplatten, Wege mit Steinmauern, der Adamello in der Ferne, der Kessel des Ercavallo Gipfels – alles sehenswerte Fotostopps. Das Letze Stück ist dann eine Tragepassage. Am Passo Graole geht´s dann zuerst am Militärweg aus Geröll und Steinplatten bergab. Dann folgt ein schmaler Pfad, der stellenweise durch die Errosion schon sehr vertieft war, dass man auch aufpassen mußte, nicht mit den Pedalen aufzusetzen. Das letzte Stück meiner Routenwahl war dann sehr verwildert und schlecht erkennbar. Die Kühe und Schafe zertrampelten den Weg, welcher durch hohes Gras verdeckt war und nicht mehr erkennbar war. Im Schritttempo bewältigte ich diese letzten Meter bis Pezzo.

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19.7.17 Tornatissima (Passo Mortirolo)

Wie sollte man diese Tage zuvor noch toppen? Na ganz einfach, ab ins Puschlav Richtung Tirano. Also in der Früh ausgecheckt und rein ins Auto, um mein nächstes Quartier zu beziehen. Doch zuvor legte ich einen Stop in Grosio ein um einen der Five Downs im Puschlav zu fahren: Die Tornatissima. Der Name ist Programm! Also von Grosio auf der Straße über Grosotto nach Vione, um dann den Rennrad-Berg Mortirolo unter die groben Stollen zu nehmen. What da fuck – kein einziger Mountainbiker? Zig Schmalspurbiker ziehen an mir vorbei, alle auf den Spuren der Giro de Italia. Jeder pustend und außer Atem um sich selbst zu beweisen. Und ich? Na ich hatte Zeit und andere Pläne. Zumal diese Bergetappe nur ein Teil meiner heutigen Tour war. Am Passo Mortirolo angekommen fuhr ich ein kleines Stück bergab, ehe am Rif. Mortirolo links eine Nebenstraße abzweigte. Diese fuhr ich für einen gefühlten Kilometer leicht bergauf und bog dann in eine Schotterabzweigung Richtung Val di Varadega ab. Steil bergauf, Serpentine für Serpentine gings nun weiter bis zum Passo Varadega. Dort wieder Bilder geknippst und die letzten Kehren auf Militärstrecke hoch zum Einstieg der Tornatissima. Diese Abfahrt wurde Uli Stanciu (Bike Bravo Herausgeber) gewidmet. Die ersten Meter bergab sind noch ein wenig ausgesetzt und geröllig. Dann beginnt der Ritt, Kehre für Kehre, mal kleiner Absatz, dann Hangquerung und wieder eine Kehre. Im oberen Teil noch gt fahrbar, wird das Ganze unten raus schwieriger. Der Weg gewan an Steilheit und Wurzelwerk. Die letzten Tiefenmeter ist ein chirugischer Knochensortierer. Ein alter Karenweg schüttelt alle Knochen nochmals richtig durcheinander. Gute 80 Kehren weiter unten freute ich mich auf dieses Trailabenteuer und fuhr nun wohlverdient und zufrieden zu meiner Unterkunft nach Tirano.

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20.7.17 Bernina Trail – Col d´Anzana

So langsam näherte sich mein Urlaub dem Ende zu, doch ein wirklicher lang ersehnter Klassiker musste noch gewältigt werden. Leider war heute das Wetter nicht ganz so top, wie die Tage zuvor. So mußte ich am Vortag schon ein wenig disponieren und mir eine Hilfe für die zweite Hälfte organisieren, was in der Schweiz dank der Postbuse kein großes Problem darstellt. So habe ich eine Shuttlefahrt für den Nachmittag schon mal vorreserviert. Die erste Etappe machte ich mit der Rhätischen Bahn zum Oszpitale Bernina auf der UNESCO Bahnstrecke. Das ist ein MUSS beim Bernina Trail, dass zuvor auf dieser Strecke die Bahn genommen wird. Nicht ganz billig aber ein Erlebnis über 1,5 Stunden wie sich die Bahn Kehre für Kehre und sogar in einer 360 Grad Schleife auf den höchsten Bahnhof der Rhätischen Bahn hochschraubt. Oben war es windig und frisch, die Berge waren mit Wolken verdeckt und der Blick auf den Bernina Gletscher war mir verwehrt. Schade eigentlich. Auf der Westseite des Lago Bianco hatte ich vor dem Trail erst einmal Kontakt mit dem Militär, welches dort oben Kanonenübungen machte. Dann folgte der Trail der Uferpromenade bis zum Staudamm und danach mußte das Bike kurz zum Pru dal Vent hochgeschoben werden, ehe es über Trail zur Alp Grüm geht. Hier herschte Asiatenstimmung. Die Alp Grüm ist normalerweise der Sightseeing Point zum Bernina Gletscher. Heute leider nicht. Die Abfahrt war aufgrund der Wanderer ein wenig zögerlich, dann noch schnell an einer Gruppe Biker vorbei und dann gings rasant runter. Nach dem Lagh dal Palü folgt die schwere Bernina Abfahrtsvariante. Steil, Stufig, verblockt – was will man mehr. Gekonnte zirkelte ich bergab unter staunenden Augen der MTBler, die ich zuvor überholte. Genial würde ich sagen. Kurz vor Cavaglia endet der Trail und führt an den Gletschermühlen vorbei. Danach ging nochmals rasant und flowig zur Sache. Wie in einem Bikepark wurde die Strecke angelegt. Ein Meterbreiter Pfad perfekt geshapped mit Kehren und kleinen Wellen, dann wieder eine Kreuzung der Bahnstrecke und wieder rein in den Flow. Und siehe da, die Zeit verflog auch viel zu schnell und ich mußte mich richtig sputen, um den Shuttle zu erreichen. 10 Minuten vor Abfahrt war ich am Treffpunkt in Brusio unterhalb des Lago Poschiavo. Über eine sehr enge Straße und später schmalem Forstweg fuhr mich ein Fahrer mit seinem Sprinter der Post hoch zur Malga Basa. Eine Einzelfahrt für 30 Euro. Nicht billig, aber anderst hätte ich das heute nicht geschafft. Die letzten Meter hoch zum Col d´Anzana ist ein Wechselspiel aus Fahren, schieben und letztendlich ein wenig Tragen. Dort oben hatte ich eine wunderbare Aussicht und glücklicherweise hielt das Wetter noch, da für Nachmittag schon Gewitter angesagt wurde. Also schnell die Protektoren anlegen und rein ins Vergnügen. Die ersten Meter gehen wieder am Hang entlang dem Weg 301 folgend. Dann ändert sich die Richtung nach unten. Flott und ruppig über Wurzeln, Kehren, Flowpassagen und zuletzt noch einen alten Karrenweg, der mit einer enormen Steilheit noch Einheit gebot. Da glühten die Bremsen und die Maschine samt Fahrer wurde so richtig rangenommen. Mehr mals mußte ich einen kurzen Stopp einlegen um mich zu sammeln und den Belägen einen Chance zu geben. Ein Traum einer Abfahrt (für manche vielleicht auch ein Alptraum – für mich ein wahrer Genuss).

Bernina:

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Col d´Anzana:

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21.7.17 Schiazzera – short Edt.

Last Day – eigentlich mein Highlight Day in St. Moritz, aber das Wetter in St. Moritz war verregnet und definitiv nicht biketauglich. Also entweder straight home oder noch ein wenig radeln. Logisch – radeln. Also schnell noch auf der Festplatte gesucht und schon hatte ich die Five Downs wieder vor Augen. Schiazzera – der muß noch her. Aber nicht die komplette Runde, da diese zu lange und heftig wäre. Aber hoch zum Lago Schiazzera wäre mit 800hm und Anfahrt mit Auto machbar. Die Auffahrt mit dem Auto war schon schwer und eng. (und nicht ganz erlaubt) Die Strecke bis zum Rif. Schiazzera war easy going, bis auf die letzten 30-40hm, die waren richtig steil und nicht fahrbar. Ein paar Minuten später war diese Passage überstanden und ich stand vor der Hütte. Gleich folgte ich dem Weg weiter über einen Wanderweg und später grober, gerölliger Militärpiste bis zum Lago Schiazzera. Weiter gings aufgrund der Zeit und der dunklen Wolken nicht mehr. Also denselben Weg zurück auf dem Trail. So hatte ich noch 850hm runter und war gefixt für den nächsten Urlaub in Tirano, dass ich diese Tour noch vollende.

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F A Z I T

Das waren definitiv die genialsten Tage in diesem Jahr – anstrengend, aber lohnenswert. Viele Touren über die 3000er Marke, mehr Tiefenmeter als Höhenmeter und herrlichstes Panorama.

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2017.07 ALTA REZIA – St. Caterina und Tirano

Trailweek im

ALTA REZIA

St. Caterina / Tirano

15.-21. Juli 2017


Was für eine Woche! Eine Woche auf alten Schmugglerpfaden und Militärwegen biken, umgeben und hochgeradelt auf die 3000er des Alta Rezia. Zwei Destinations habe ich mir rausgepickt: St. Caterina im Herzen des Valtellina, sowie Tirano im Puschlav am Border zur Schweiz. Beides ideale Orte, um die herrlichsten Trails unter die Stollen zu nehmen.

“Mit dem Begriff Alta Rezia wird ein großflächiges Gebiet im Herzen der Engadiner Alpen im Grenzgebiet zwischen Italien und der Schweiz bezeichnet; es umfasst die Regionen Alta Valtellina, Engadin, Puschlav, Münstertal und Vinschgau. Vor einigen Jahren haben sich Bewohner und Repräsentanten der genannten Region zusammen getan, um Mountainbikern aus aller Welt die Schönheit und das Potential des Alta Rezia als Mountainbike-Eldorado zu vermitteln und die erforderlichen Strukturen zu schaffen und zu fördern. Alta Rezia bietet eine unendliche Vielfalt an Landschaften und Farben: die grünen Berge und ihre Almen, der weiße Schnee und die Gletscher, kristallklaren Seen in großer Höhe, die Weinberge in tiefer gelegegen Tälern, die berühmten Gipfel und alte Militärstrassen über verwunschene Pässe bieten Mountainbikern einfach unvergleichliche Erlebnisse.”

 

 

 

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2017.06 Val di Fassa Campitello

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Trails im “Sellagebiet”

VAL DI FASSA / VAL GARDENA

CAMPITELLO

21.-25. Juni 2017


Die Trailjagd geht wieder weiter und somit verschlug es mich ein paar Tage ins schöne Val di Fassa in den kleinen Ort Fontanazzo bei Campitello am Fuße der Sellagruppe.

B E S C H R E I B U N G

21.6.17 Langkofel – The inner circle

Schon mehrmals hatte ich den Langkofel und seinen Bruder Plattkofel umrundet, nur diesmal habe ich die Schlinge enger gezogen. Diesmal hies es rein ins “Herz”. Die Auffahrt zur Mittagszeit mit der Col Rodella Gondel von Campitello aus hoch war schnell vorbei und schon rollte ich die bekannte Zubringerstrecke rüber zur Steinernen Stadt am Fuße des Langkofels. Bei herrlichem Wetter gings zuerst auf breitem Schotterweg zum Passo Sella, dann auf der Sellaronda Route oberhalb der Steinernen Stadt auf Sent. 526 rüber zum Rif. E. Comici. Ab hier war die Streckenführung nicht mehr “offiziell”. So folgte ich dem 526er auf schmalen Singletrail bis zum Cialonch Sattel. Es war nicht alles fahrbar und kurz vor dem Sattel mußte das Bike zum ersten mal geschultert werden, da große Brocken, Latschenkiefern und Wurzeln die Weiterfahrt unmöglich machten. Vom Sattel gings dann wieder fahrend auf Trail 526 weiter, welcher dann an der Abzweigung 525 zur Langkofelhütte links abzweigte. Also Bike auf den Rucksack legen und hoch das Ding. Nicht schlecht wurde ich von den Wanderer angeschaut, allerdings immer freundlich und respektvoll behandelt. Nach ca. 30min. hatte ich mein Zwischenziel die Langkofelhütte im Herzen des Langkofels erreicht. Umgeben von Felstürmen und einer tiefen Scharte hoch zur Langkofelscharte liegt das Rifugio ideal als Zwischenstopp hoch zur Toni Demetz Hütte. Diese wollte ich eigentlich mit Bike besteigen, um auf der anderen Seite die Trailabfahrt zum Sellajoch zu fahren. Jedoch wären das gute 450hm schultern und im Zeitbudget dann doch nicht mehr machbar gewesen. Diese Route wird dann eine weitere Episode und steht schon auf meiner Liste. Diesmal hieß es wieder zurück auf dem 525er und weiter dem Inner Circle folgend auf der Alta Via dei Ladini (527). Teile waren noch zu fahren, zwischendurch war allerdings wieder schieben angesagt. Der 527er mündete schon bald an der Plattkofelhütte (“eine alte Bekannte”). Um die enge Schleife zu fahren, durfte man nicht ins Duron Tal abfahren, sondern den “verbotenen” Friedrich-August-Weg am Fuße des Plattkofels unter die Stollen nehmen. Im Auf und Ab, mal fahrend, mal schiebend auf schmalen Pfad mit herrlicher Sicht ins Durontal und Blick auf Marmolada, usw.! Am Rif. Sandro Pertini war erstmal eine kleine Rast und ein Schluck Cola zum Energieaufladen angesagt, ehe die letzten Meter rüber zur Friedrich-August-Hütte anstanden. Ein super Traileinstieg für die folgenden Tage! Der Rückweg nach Campitello fuhr ich aufgrund der Uhrzeit auf der Sellajochstraße und nutze die kleinen Abkürzungen zwischen den Kehren.

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22.6.17 Am Fuße des Rosengarten

Schon beim letzten Val di Fassa Urlaub habe ich die Rosengarten Trails, die Vajolethütte und andere Varianten ausprobiert. So hatte ich diesmal einen festen Plan mit diversen Varianten am Ende der Runde. Von der Frommeralm auf der Rosengarten-Westseite bin ich diesmal gestartet und folgte zuerst dem Nigerpass Richtung Paolina und Karerpass auf Asphalt. In einer Spitzkehre gings dann auf dem 1er zuerst gemächlich auf Schotter bis zur Messnerhoch Hütte, dann auf einem kleinen Singletrail steil nach oben, welcher dann auf dem 1er Forstweg die letzten Meter zur Kölner Hütte extrem steil nach oben führte. Hier war an Fahren nicht mehr zu denken. Die Sonne bruzelte auch schon auf meiner Haut und jeder Schritt war ein schwergängiger Tritt. Mein erstes Ziel der “Hirzelweg” 549 war schnell erreicht. Der Hirzelweg ist für Bikes verboten. Auch verständlich, denn dieser Höhenweg am Rosengarten-Kar mit herrlichem Blick auf die Rosengarten- und Langkofelgruppe ist ein sehr beliebter Wanderweg, da die beiden Seilbahnen Paolina und Frommeralm tausende Wanderer hier hochkarren, welchen dann teilweise total überfordert, ohne Getränk, mit Sandalen usw. im alpinen Gelände unterwegs sind, um dem Rosengartenfeeling näher zu kommen. Nicht alle sind so unterwegs, aber ettliche unverantwortliche Berggeher auf ausgesetzten Pfaden. Und zwischendrin diesmal auch ich mit meinem Bike. Eine Konfliktsituation gabs überraschender Weise auch nicht – im Gegenteil. Wieder mit Respekt, Freundlichkeit und netten Unterhaltungen. Unterhalb der Rotwand wurde der Pfad dann schmäler, gerölliger und ausgesetzter. Fahren war dann nicht mehr durchgehend drin. Teilweise mußte das Bike wieder auf den Rucksack, oder seitlich an überhängenden Felsen vorbeigetragen werden. Am Christomannos Denkmal (ein 3 Meter großer Bronzeadler) vorbei und weiter zur Rotwandhütte. Es war nun Mittagszeit und die prall gefüllte Hüttenterrasse mit Wanderer lud auch mich zur Rast ein. Ich war natürlich der einzige Biker hier oben. Die Weiterfahrt war nun ein Abenteuer und ich war gespannt, wieviel ich fahren kann. Also rauf aufs Bike und unter staunenden Blicke runter ins Vaiolon Tal auf der Ostseite der Rotwand (541er). Am Kessel zwischen Rotwand und Mugoni sah ich meinen Pfad im Kar hoch zum Cigolade Pass. Durch ein steinernes Tor, Geröll, steilen, schmalen und ausgesetztem Weg balancierte ich mit meinem Übergepäck auf dem Rücken Schritt für Schritt hoch. Die Anzahl an Personen wurde nun sehr rar. Dieser Weg ist eben außerhalb der “Komfortzone”. Am Cigoladepass angekommen bestaunte ich nach einer Rast erstmal die Rückseite des Rosengartens und sah schon mein Ziel die Vajolettürme vor mir. Doch bis dahin war es noch ein hartes Stück Arbeit. Geröllfahren ist nicht unbedingt meine Disziplin und allein mit Vorsicht zu genießen. Also mehr schiebend gings nun steil bergab (immer dem 541er folgend). Ich glaubte eigentlich, dass vieles fahrbar wäre, doch Geröllfelder, Errosionsrinnen und Schneezungen ließen das nicht zu. Teilweise kraxeln durch Errosionsfelder, welche durch den Winter 2-3m tiefe Geröllrinnen bildeten – das war Abenteuer pur! Was auch Kraft und Konzentration kostete. Eine Herde Steinböcke erblickte ich auch an der steilen Rosengartenwand. Die tun sich anscheinend leichter als ich. Ich würde sagen 15% fahrbar. Wäre die Landschaft nicht gewesen, würde ich diese Route verfluchen – aber für eine seltene und abenteuerliche Variante eine Reise wert. Der 541er endete dann glücklicherweise nach Felsbrockenkraxeln auf dem Zubringer zur Vajolethütte. Eigentlich wollte ich nun über die Vajoletthütte zur Grasleitenpasshütte und dann über eine Variante entweder nochmals hoch zum Antermoiasee oder über den 11er Weg zur Grasleitenhütte am Fuße des Molignon, was ein absolutes Abenteuer wäre und somit den Rosengarten-Kreis schließen würde. Aber an einem Tag mir vielen Schiebepassagen nicht mehr machbar. Also fuhr ich über die Gardeccia Hütte ab und über den Radweg zurück zum Hotel. Auch diese Tour ein Teilabschnitt und ein neues Kapitel für eine weitere Val di Fassa Tour.

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23.6.17 Puezhütte

Meine dritte Tour war wieder ein “Gehirnpfurz” aus einigen Berichten und Videos entstanden. Eigentlich hatte ich diese Route aus einer Wanderdoku zum erstenmal aufgeschnappt und fing an zu recherschieren. Mit dem Auto mußte ich erstmal den Sellapass überqueren und bis Wolkenstein fahren. Man könnte natürlich auch die Gondeln nehmen und alles mit dem Bike zurücklegen, aber der Tag wurde eh wieder lang. Also erstmal durch Wolkenstein crusen und bis zur Dantercepies Talstation fahren. Die Weicheier nehmen die Gondel, ich bin Schwabe und spare mir das Geld. “Bin ich ein Depp” dachte ich mir an den steilen Rampen. Und die Sonne brannte auch wieder auf mein Haupt. Vorallem kannte ich diesen Rampe schon durch zwei Dolomitenfahrten. Ca. 650hm harte Arbeit und jede Menge Schweiß später erreichte ich mein erstes Zwischenziel an der Gipfelstation der Dantercepies Bahn. Darauf gings wieder als Schmalspurwegen weiter bis zur Jimmy Hütte. Ab hier ist Schluß mit Fahren und nicht mehr “offiziell”. Also Bike auf den Rucksack legen und 300hm hoch zum Crespeina. Im Zickzack Schritt für Schritt durch Felstürme einer schmalen Scharte empor. Dann nochmals kurz bergab ehe es nochmals über Stufen hoch zum Cirjoch ging. Fahren bergauf nicht wirklich möglich. Der Lohn der Arbeit war eine herrliche Aussicht auf einer Hochebene des Naturpark Puez-Geisler und eine Weiterfahrt auf einem hochalpinen Weg. Vorbei am Crespeina Sees rüber zur Forcella de Ciampei – herrlicher Trail! Dann nochmals durch eine schmale Felsenscharte schultern und wieder im Wechsel fahrend/schiebend rüber zur Puezhütte. Nicht schlecht aber auch nicht total verwundert wurde ich empfangen. Also waren schon mehrmals Biker hier oben. Nach verdienter Rast gings an den Downhill: der ausgesetze Pfad oberhalb des Langentals führte über den 2er Weg, welcher dann schlagartig seinen Charakter wechselte und in den 16er Steig überging. Hier soll ein Weg runtergehen? Das dachte ich mir schon auf der Puezhütte und sah zwei Varianten in Form einer schmalen Spur im senkrechten Fels. Als Mut zusammennehmen und rein ins Abfahrtsvergnügen. Nur nicht zu Übermutig! Denn links lautert der Abgrund. Ein Fehltritt, ein falscher Lenkereinschlag oder Rutschen wäre definitiv tödlich! Über Holzstufen, Spitzkehren im S3-S4 Charakter bergab – ich muß zugeben: ich schob die gefährlichen Stellen! Auf den Geraden war es kein Problem und schon bald hat man die gefährlichen Passagen überstanden. Der Ritt runter ins Langental war dann stellenweise wieder flowig und nach stundenlanger hochalpinen und ruhigen Passagen erreicht man den “Wanderzirkus” und bliebtes Ausflugsziel das Langental. Zufrieden und fertig gings dann mit dem Auto wieder über den Sellapass zurück nach Campitello.

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24.6.17 Raschötz – Seceda – Steviahütte

Da es am Sonntag Regen geben sollte, dachte ich mir, warum nicht zwei Touren in eine packen und die fünfte Schlerntour auf ein anderes mal verschieben? Also schnell den Routenplaner eingeschalten und “Routenschneiden”. Ich wollte mir das Gipfelkreuz des Raschötz hoch über dem Val Gardena, Vilnösstal und Eisacktals anschauen, da ich den entgegengesetzen Routenverlauf aus meiner Dolomitenfahrt schon kannte und mir dieser Abschnitt damals schon gefiel. Also mit dem Auto nach St. Ulrich ins Grödnertal um mit der Raschötzbahn hoch zu fahren. Tourimagnet pur, da der Höhenweg auf der Raschötzhochebene keine besonderen Schwierigkeiten stellt und ein herrliches Panorama über die Dolomitenklassiker beschert. Die ersten Meter im Pulk der Wanderer über Pflasterpfad, dann über einen sandigen breiten Pfad zur Raschötzhütte auf 2170m. Von da ging es über die Heiligkreuzkapelle weiter und die letzten Meter wieder tragend hoch zum Gipfelkreuz des Außerraschötz. 360 Grad Panorama pur: Sella, Langkofel, Seceda, Geislergruppe, Marmolada, Schlern u.v.m. stehen spallier. Jeder Gipfel ein Fotomotiv wert! Nach kurzer Gipfelrast wurde es wieder spassig und einsamer. Der Grödner Höhenweg Nr. 31 war zum Glück nicht stark frequentiert und so konnte man die Bremsen geöffnet lassen. Schön flowig bis zur Flitzer Scharte waren die ersten Kilometer schnell abgehackt und anstrengender aber wunderschön gestaltet auf dem Pflasterweg zum Grödner Höhenweg 35 weiterfahrend bis zum Borglessattel. Hier ist die Welt noch in Ordnung. Auf der Hochalmfläche grasen Kühe neben Pferde und Eseln. Am Borglessattel führte der flowige 5er Trail bergab. Schmal, kehrenreich, teils wieder durch Brücken oder Bäche unterbrochen fliegt man runter bis zur Seceda Mittelstation. Nun folgte nach einer unverschämt teuren Gondelfahrt (17 Euro) der zweite Teil meiner Tagesroute. Zusammen mit zwei anderen Bikern fuhr ich hoch zur Seceda Gipfelstation. Hier trifft man wieder jeden Bergwander-Charakter: Sandalen, Schlapper, Wanderschuh, Asiaten, ect. – alles dabei! Dank der Bergbahnen kommt hier wohl jeder rauf. Über den 1er und 6er Pfad schlängelte ich mich an Wanderkollonen vorbei bis zur Panascharte mit dem genialen Blick auf Seceda und Fermeda. Dann auf schmalen Pflasterweg kurz bergab auf den 2B zur Pieralongia Alm. Hier war mir eindeutig zuviel los. Also schnell weiter, ich hatte ja noch was vor. Unterhalb des Sas Rigais und Fermeda Gipfels führt der 2B Trail nun im Auf und Ab vorbei an einem merkanten gespaltenen Felsabbruch (schönes Fotomotiv, diesmals sogar mit einer Eselherde) bis weit rein eine Talsenke der Cislesalpe, ehe es über ein “Geröllmeer” zur Regensburger Hütte bergab ging. Diese ladet nochmals zur Rast ein, bevor der erschwerliche Aufstieg zur letzten Tagesetappe Steviahütte anstand. Kurz nach der Regensburger Hütte biegt unscheinbar ein schmaler Pfad links ab. Hier ist Schluß mit Lustig und das Bike wandert die nächsten 450hm auf den Rücken. Zuerst noch durch Latschenkiefern und im Schatten, dann voll der Sonne ausgesetzt weiter auf schmalen Steig unterhalb des Stevia´s bergan. Heftig, wie hier in diese schmale Scharte ein Steig gebaut wurde. Über Holztreppen und Stufen immer stark ausgesetzt ging es Schritt für Schritt hoch zur Forcella de Piza (Pizascharte). Total verwundert waren die paar Wanderer, die ich traf. “Wo willst du hin”, “Mit dem Bike – viel Spass”,… waren die Kommentare. Aber kein Konflikt und wieder mit Respekt behandelt – es geht auch so. Von der Pizascharte führte ein herrlicher Gratpfad bergab bis zur Steviahütte, welche an einem Felsvorsprung in herrlicher Lage gegenüber des Sellamassivs und Blick auf Marmolada und Co. liegt. Der Wirt ist ein lustiger Kerl, typisch südtirolerisch unterhält er seine Gäste – auch mich. Er war verwundert über einen Biker hier oben, bestätigte aber, dass ich nicht der erste sei. Er rat mir zur Vorsicht, gab noch einen “Abfahrtsvorschlag” der zwei Varianten und wünschte mir Glück, viel Spass und verschwand lachend in seiner Hütte. Sollte das was heißen? Gegenüber am Sellamassiv wurde es schon bedrohlich dunkel und ein Donnern fern aus dem Fassatal war bereits zu hören. Max. 1,5 Std. hatte ich noch Zeit, meinte der Wirt. Also schnell weiter. Wow – nicht wirklich fahrend. Zu gefährlich der Abgrund. Der Weg schmal, ausgesetzt und mit losem Schotter. Auf der einen Seite die Felswand, auf der anderen Abgrund. Dazu noch ein paar Kehren mit Stufen. Lieber auf Nummer sicher und schieben, bzw. beide Füsse auf dem Boden. Ein kurzes Stück mußte mein Bike wieder auf den Rucksack und über Kehren bergauf zur Silvesterscharte getragen werden. Wäre ich nicht allein gewesen und in Hektik wegen dem Wetter wäre vieles ein Abfahrtsaufgabengebiet gewesen: In steilen Spitzkehren über Schotter und Geröll, Stufen und Absätzen – eine hartes Stück Arbeit für den Trailer unter uns. Das untere Drittel war dann wieder schön zu fahren und so schoß ich den 17er bis zum Rif. Juac bergab. Richtig froh war ich, als ich noch rechtzeitig über die 3er Bikeroute nach Wolkenstein ankam. Hier herrschte Hektik, Krach und Chaos pur. Nicht durch das Wetter – einfach typischer Tagesablauf im Zentrum von Wolkenstein. Rennradler, Mountainbiker, eBiker, Fußgänger, Autos, Motorräder, Busse, ect – alle wollen irgendwo hin – die meisten hoch zum Sellajoch. Obwohl mittlerweile dort oben Blitz und Donner herrschte, waren noch ettliche Biker auf dem Weg nach oben. Warum tut man sowas? Oben war es nicht mehr spassig! Hagel, Blitze, Donner – welche Vollidioten die da ihrem Egotrip noch nachgehen wollen. Ich war froh, als ich in Campitello mit dem Auto wieder ankam und den Tag ausklingen lassen konnte.

Raschötz

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Seceda – Stevia

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F A Z I T

Vier Tage herrlichstes südtiroler Flair bei einem herzlichen Hotel (Albergo Contrin) mit gutem Essen – was will man mehr? Meine Touren waren diesmal weit entfernt von Mainstream – nicht wirklich alles fahrbar, größtenteils tragend und schiebend. Trotzdem eine herrliche Erfahrung und es ist nichts passiert. Weder Mensch noch Bike! Und das Wichtigste: weder Konflikte oder ähnliches. Ich wurde überall freundlich und mit Respekt behandelt. Es geht wenn man will auch zwischen Bikern und Wanderer, wenn man als Biker auch mal kurz anhaltet, wartet und freundlich grüßt. Freundlicher Umgang ist der Schlüssel. Und nicht zu vergessen: Wir wollen alle das selbe  –  die Schönheit der Natur erleben. Und die gibt es hier in Südtirol zu genüge. Da ist für jeden ein Stück vorhanden. Egoismus ist hier fehl am Platz.

Jedenfalls wird es zu diesen Touren nochmals Varianten geben – diese stehen aber schon auf einer meiner “Bike-To-Do´s”.

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