2017.07 ALTA REZIA – St. Caterina und Tirano

Trailweek im

ALTA REZIA

St. Caterina / Tirano

15.-21. Juli 2017


Was für eine Woche! Eine Woche auf alten Schmugglerpfaden und Militärwegen biken, umgeben und hochgeradelt auf die 3000er des Alta Rezia. Zwei Destinations habe ich mir rausgepickt: St. Caterina im Herzen des Valtellina, sowie Tirano im Puschlav am Border zur Schweiz. Beides ideale Orte, um die herrlichsten Trails unter die Stollen zu nehmen.

„Mit dem Begriff Alta Rezia wird ein großflächiges Gebiet im Herzen der Engadiner Alpen im Grenzgebiet zwischen Italien und der Schweiz bezeichnet; es umfasst die Regionen Alta Valtellina, Engadin, Puschlav, Münstertal und Vinschgau. Vor einigen Jahren haben sich Bewohner und Repräsentanten der genannten Region zusammen getan, um Mountainbikern aus aller Welt die Schönheit und das Potential des Alta Rezia als Mountainbike-Eldorado zu vermitteln und die erforderlichen Strukturen zu schaffen und zu fördern. Alta Rezia bietet eine unendliche Vielfalt an Landschaften und Farben: die grünen Berge und ihre Almen, der weiße Schnee und die Gletscher, kristallklaren Seen in großer Höhe, die Weinberge in tiefer gelegegen Tälern, die berühmten Gipfel und alte Militärstrassen über verwunschene Pässe bieten Mountainbikern einfach unvergleichliche Erlebnisse.“

 

B E S C H R E I B U N G

15.7.17 Bormio3000 – Sunny Valley – La Romantica

Gleich zu Beginn der Trailwoche ein Klassiker nach dem anderen: Es lohnt sich eben, schon sehr früh aus den Federn zu hüpfen, sich 6 Stunden ins Auto zu setzen um den ganzen Tag noch zur Verfügung zu haben. So stand ich bereits um 10:30 Uhr fertig eingekleidet an der Bormio 3000 Whitelady Gondel mit dem Ticket in der Tasche. Während nebenan eine Gruppe Sprinter die Abfahrtsstrecke als Krafttraining zick mal hochgesprungen sind, wartete ich auf die schwebende Aufstiegshilfe von Bormio hoch auf über 3000m.ü.M.. Das Wetter passte natürlich und machte so richtig Laune auf Trailhetze. Auf über 3000m war es schon gut windig, also schnell ein paar Bilder knipsen, die Spur von oben checken und sich kurz orientieren. Und schon gings über einen Grat auf die Abfahrt zu. Über Steinplatten und Geröll an der Bergflanke in Richtung dem Bergsee Bei Laghetti. Das Panorama ist genauso atemberaubend, wie die Höhe, auf der ich mich befand. Erst 250 Tiefenmeter und voll geflasht. Dann geht gleich weiter und der Trail kippt nach links in Val di Sobretta an der Bocca di Profa. Immer wieder sind kleinere Schiebepassagen dabei – ein kräftezehrender Ritt mit wahnsinns Landschaft über Wurzeln, verblocktem und flowigen Trails.

Dann hieß es in Santa Caterina gegenüber meinem Hotel erst einmal warten, da die Gondel zum Sunny Valley noch Mittag machte. Ideal auch für meinen Krafttank, den es zu füllen gab. Denn die zwei nächsten Etappen sind schon noch Hammerbrocken. Trotz der Liftunterstützung noch einiges zu machen. Wegen dem kurzen Stopp an der Gondel entschloss ich mich an der Bergstation, die 2. Etappe von Sunny Valley (einem Wirt mit Blockhütte den Namen verdankend) aus zu kürzen. Man könnte natürlich die Standardroute zum Gavia Pass wählen, ich aber hatte eine Route gefunden, die zum Sobretta hoch führte. Normalerweise wäre noch eine Gipfelabfahrt dringewesen, aber ich war im Zeitdruck und bog gleich in den Alpiniweg links ab. Vorbei an Laghetto dell Alpe auf dem 562er Richtung Passstraße. Die schwere Variante war mir bei Betrachtung dann nicht ganz geheuer, ob die Strecke schon freigegeben, bzw. fertiggestellt war. Andernfalls wäre das eine lange Abfahrtsschiebepassage gewesen. So blieb ich bis zur Straße auf dem 562er. Schön flowig zu fahren.

Dann nochmals ein kurzes „Sattelfest“ und Kräfte mobilisieren. Von Ponte del Alpe noch hoch zum Rifugio Gavia auf der Straße radeln. Nach kurzer Zeit ist auch dieser Abschnitt bewältigt und genauso bewältigt ist man beim Anblick des Dosegué Gletscher auf der Rückseite des Monte Matteo und Tresero. Viele Bilder später mit dem obligatorischen Bild vor dem Denkmal stand der letzte Ritt an. Über die La Romantica entlang einer Schlucht. Romantisch ist das ganze nicht. Mehrmals muß man Absätze und tiefe abfallende Passagen überwinden. Der Weg ist nicht breit und man muß das Rad gekonnt auf der Spur halten. Andernfalls wäre das das Aus. Und um dem Ganzen noch einen draufzusetzen sind reisende Bäche, skurilwirkende Brücken und kurze Schiebepassagen zu überwinden. Also was ist da romantisch? Das Panorama? Spass machte es auf jedenfall, denn das Finale stand noch an. Nach kurzer Wiesenquerung stand ich vor dem Abzweig Tresero hinunter nach Santa Caterina. Quasi die Directissima. Rechts geht´s leichter, ich wählte aber den La Romantica Spitzkehrenmassaker-Pfad. Wahnsinn! Nach einer solchen Vorroute noch dieses Finale. Die Hände schmerzten eh schon. Der Großteil der Kehren sind aber erstaunlicherweise gut zu fahren, bzw. umzusetzen. Manche zwangen mich zum Absetzen des Fußes in der Kehre. Zwischen den Kehren ist es eigenlich schon sehr flowig. Was für ein Wochenstart! So kann es weitergehen. Müde erreichte ich Santa Caterina und nach Dusche erstmal Futter suchen.


16.7.17 Passo Zebru

Ein wahrer Klassiker am zweiten Tag. Das Überqueren des Passo Zebru gilt als Toptour in der Region Valtellina. Der Höhenmeteranteil ist nicht ganz unbeachtlich, die Höhe des Übergangs auf 3001m ist Atemberaubend und wieder einmal die Landschaft zum Niederknieen. Zuerst heißt es aber „Fleiß vor Preis“. So geht es auf der Straße am Rif. Alpina Stella vorbei bis man das Rif. Forni erreicht. Immer wieder verstecken sich steile Passagen, dann wieder durchschnittliche 10-12 Prozent. Zum Glück größtenteils im Schatten. Ab dem Rif. Forni wechselte der Untergrund auf Schotter. Die Strecke ist im Groben gesagt gut zu pedalieren. An der Malga Forni gehts ins Valle dei Cedec links weg und man sieht schon sein nächstes Ziel: Das Rif. Pizzini am Fuße des Gran Zebru, welcher auch Königsspitze genannt wird. Hier reihen sich die Ortlergrößen Gran Zebru, Zufallspitze, Zufallferner Gletscher, Monte Cevedale, usw. nebeneinander auf. In die andere Richtung zeigt der Fornigletscher seine beste Seite. Nach kurzer Mittagsrast geht´s hoch zum Passo Zebru. Hier hieß es aber eher Bikewandern. In gemütlichem Schritte hat man die letzten Höhenmeter relativ bald geschaft. Kurzes Tragen gehörte auch dazu. Die 3000er Grenze war bald überwunden und am Pass erblickte ich mein „Empfangskomitee“: eine kleine Gruppe Steinböcke und Gämsen suchte nach Nahrung – sofort kam mir der Graubünden Slogan „Carbon statt Kondition“ in den Kopf, nur dass ich kein Carbon hatte – deshalb war ich anscheinend ein wenig außer Puste. (*lach*) Bei der Abfahrt sind aber alle Gedanken wieder bei Sache. Die ersten Meter waren durch Schneefelder kurz unterbrochen, dann folgte eine ausgesetzte fahrbare Passage, ehe eine seilgesicherte steile Geröllpassage anstand. Nicht ganz ungefährlich würde ich sagen. Das Rad tragend auf rutschigem Untergrund? Zum Glück schnell vorüber. Jetzt wird´s mehr fahrbar dachte ich. Im Großen war das schon so, doch Errosionsfelder des Winters unterbrachen den Flow. Auch eine paar reißende Bäche waren wieder zu überwinden. Stellenweise auch nicht ganz ungefährlich (vorallem alleine). Das ganze ist dann schnell an der Baita del Pastore vorbei und die letzten Abfahrtshöhenmeter durchs Val Zebru vernichtet man leider auf Schotterpiste. Der Tag ist noch jung dachte ich. Also noch eine Trailvariante anhängen, statt auf Asphalt hochkurbeln? Diese Passage will verdient werden, soviel schon mal vorweg! Über den Abzweig 570/568 geht es richtig steil hoch zum Confinale Trail. Das ganze ist eher eine Directissima, also schnurrstracks auf kürzestem Weg steil über losem Schotter schiebend hoch. Fahren undenkbar, nichtmal mit eBike würde ich sagen. Das muß man wollen – und schon bald war der Gipfel erreicht. Kurz noch die Füße ins kalte Bachgewässer reingehängt und dann ab in den Downhill. Die ersten Meter noch am Hang querend schön zu fahren, dann über Kehren, Wurzeln und schmalen Trampelwegen hinunter. Manchmal ist die Wegführung ein wenig schwer zu erkennen, da der Weg nicht oft gefahren wird. (Warum wohl?) Die letzten 100 Tiefenmeter mußte ich leider wegen Forstarbeit auf dem Forstweg vernichten. Müde erreichte ich wieder Santa Caterina.

 


17.7.17 Ponte Tibetani

Im Grunde stand heute der gleiche Uphill wie am Vortag an und nicht ganz verwundert belächelte mich der Wirt der Pizzini Hütte, als ich durch die Tür kam. Nach kurzer Streckendebatte und Süßware hieß es diesmal nicht nochmals links hoch zum Passo Zebru, sondern durchs Valle delle Cedec am Fuße des Zufallferners den flowigen Trail bergab zu düsen. Wunderschön flowig zu fahren mit kurzer Bachquerung, dann wieder schiebend hoch Richtung Rif. Branca, welches die Basis für die Tibetani Tour gilt. Immer wieder flasht einen der Fornigletscher und die Stille, die nur durch das Rauschen des Fornibaches unterbrochen wurde. Vom Rif. Branca geht´s dann schiebend und tragend weiter, direkt über die gletschergeschliffenen Felsen und die Tibetanisch anmutenden Hängebrücke über den tobenden Gebirgsbach. Wahnsinn!!! Dann ein Abfahrtsflowerlebnis am tobenden Bach entlang bis zum Rif. Forni. Alles fahrbar würde ich sagen. Ab dem Rif. Forni dann ein kurzes Stück auf der Straße bis Rif. Stella Alpina und wieder links auf dem Trail bergab. Ein kurzes Bikewandern und ein Trailfinale bis Santa Caterina. Stellenweise sind kurze Schiebepassagen dabei, aber größtenteils fahrbar. Die Tibetani Tour gehört definitiv auch zu den Must Do´s eines Mountainbikers im Valtellina!

 


18.7.17 Ercavallo – Passo Graole

Heute stand eine Entscheidung an, ob ich wegen Wetterumschwung im Laufe der Woche diese Tour machen soll oder gleich Richtung Tirano fahren soll. Glücklicherweise entschied ich mich für den „alten Plan“ und so fuhr ich mit dem Auto über den Gavia Pass auf die andere Seite bis nach Pezzo. Die Autofahrt ist schon spektakulär über die schmale Passstraße. In Pezzo biegen die meisten Alpencrosser links Richtung Montozzoscharte ab. Auch meine Route führte auf der besagten AlpX Route. Von Pezzo bis Case di Viso, einem alten Bergdorf (aktuell mehr Museum), geht´s gemütlich auf Asphalt bergauf. Dann ein kurzes Stück auf Pflasterweg durch´s Dorf und weiter bergan auf Schotter. Das Militär wusste damals schon wie man die Wegführung gemütlich gestalten kann. In angenehmer Steigung Kehre für Kehre schraubt man sich hoch bis zum Rif. Bozzi. Nur kurz zuvor muß man vom Sattel steigen. Dass die Landschaft atemberaubend ist, muß ich wohl nicht erwähnen. Nach kurzer Stärkung verlasse ich die Montozzoscharten Route (sind nur ein paar Höhenmeter bis zu dieser Scharte) und biege nach links auf den Alta Via Camuna ab. Einer ausgestetzen Militärstrecke leicht ansteigend Richtung Ercavallo und Passo Graole. Für manche Passagen braucht es „Eier in der Hose“. Der Weg ist stellenweise stark abfallend und durch Murenabgänge abgerutscht. Keine Seilsicherung oder ähnliches. Linkerhand Abgrund, rechts der Fels oder die steile Geröllhänge. Fahren definitiv nicht ratsam. Erst das letzte Stück vor dem Lago Ercavallo ist dann wieder fahrbar. Dann heißt es noch mal Zähne zusammenbeisen. Im Wechsel zwischen Bikewandern und Wandern mit Übergepäck auf den Schultern geht der Weg hoch zum Passo Graole. Zwei Biker gesellten sich kurz dazu, welche aber ein anderes Tempo an den Tag legten. Ich mußte einfach immer wieder Fotostopps einlegen, denn zu schön war der Wechsel der Landschaft. Geröll, Steinplatten, Wege mit Steinmauern, der Adamello in der Ferne, der Kessel des Ercavallo Gipfels – alles sehenswerte Fotostopps. Das Letze Stück ist dann eine Tragepassage. Am Passo Graole geht´s dann zuerst am Militärweg aus Geröll und Steinplatten bergab. Dann folgt ein schmaler Pfad, der stellenweise durch die Errosion schon sehr vertieft war, dass man auch aufpassen mußte, nicht mit den Pedalen aufzusetzen. Das letzte Stück meiner Routenwahl war dann sehr verwildert und schlecht erkennbar. Die Kühe und Schafe zertrampelten den Weg, welcher durch hohes Gras verdeckt war und nicht mehr erkennbar war. Im Schritttempo bewältigte ich diese letzten Meter bis Pezzo.

 


19.7.17 Tornatissima (Passo Mortirolo)

Wie sollte man diese Tage zuvor noch toppen? Na ganz einfach, ab ins Puschlav Richtung Tirano. Also in der Früh ausgecheckt und rein ins Auto, um mein nächstes Quartier zu beziehen. Doch zuvor legte ich einen Stop in Grosio ein um einen der Five Downs im Puschlav zu fahren: Die Tornatissima. Der Name ist Programm! Also von Grosio auf der Straße über Grosotto nach Vione, um dann den Rennrad-Berg Mortirolo unter die groben Stollen zu nehmen. What da fuck – kein einziger Mountainbiker? Zig Schmalspurbiker ziehen an mir vorbei, alle auf den Spuren der Giro de Italia. Jeder pustend und außer Atem um sich selbst zu beweisen. Und ich? Na ich hatte Zeit und andere Pläne. Zumal diese Bergetappe nur ein Teil meiner heutigen Tour war. Am Passo Mortirolo angekommen fuhr ich ein kleines Stück bergab, ehe am Rif. Mortirolo links eine Nebenstraße abzweigte. Diese fuhr ich für einen gefühlten Kilometer leicht bergauf und bog dann in eine Schotterabzweigung Richtung Val di Varadega ab. Steil bergauf, Serpentine für Serpentine gings nun weiter bis zum Passo Varadega. Dort wieder Bilder geknippst und die letzten Kehren auf Militärstrecke hoch zum Einstieg der Tornatissima. Diese Abfahrt wurde Uli Stanciu (Bike Bravo Herausgeber) gewidmet. Die ersten Meter bergab sind noch ein wenig ausgesetzt und geröllig. Dann beginnt der Ritt, Kehre für Kehre, mal kleiner Absatz, dann Hangquerung und wieder eine Kehre. Im oberen Teil noch gt fahrbar, wird das Ganze unten raus schwieriger. Der Weg gewan an Steilheit und Wurzelwerk. Die letzten Tiefenmeter ist ein chirugischer Knochensortierer. Ein alter Karenweg schüttelt alle Knochen nochmals richtig durcheinander. Gute 80 Kehren weiter unten freute ich mich auf dieses Trailabenteuer und fuhr nun wohlverdient und zufrieden zu meiner Unterkunft nach Tirano.

 


20.7.17 Bernina Trail – Col d´Anzana

So langsam näherte sich mein Urlaub dem Ende zu, doch ein wirklicher lang ersehnter Klassiker musste noch gewältigt werden. Leider war heute das Wetter nicht ganz so top, wie die Tage zuvor. So mußte ich am Vortag schon ein wenig disponieren und mir eine Hilfe für die zweite Hälfte organisieren, was in der Schweiz dank der Postbuse kein großes Problem darstellt. So habe ich eine Shuttlefahrt für den Nachmittag schon mal vorreserviert. Die erste Etappe machte ich mit der Rhätischen Bahn zum Oszpitale Bernina auf der UNESCO Bahnstrecke. Das ist ein MUSS beim Bernina Trail, dass zuvor auf dieser Strecke die Bahn genommen wird. Nicht ganz billig aber ein Erlebnis über 1,5 Stunden wie sich die Bahn Kehre für Kehre und sogar in einer 360 Grad Schleife auf den höchsten Bahnhof der Rhätischen Bahn hochschraubt. Oben war es windig und frisch, die Berge waren mit Wolken verdeckt und der Blick auf den Bernina Gletscher war mir verwehrt. Schade eigentlich. Auf der Westseite des Lago Bianco hatte ich vor dem Trail erst einmal Kontakt mit dem Militär, welches dort oben Kanonenübungen machte. Dann folgte der Trail der Uferpromenade bis zum Staudamm und danach mußte das Bike kurz zum Pru dal Vent hochgeschoben werden, ehe es über Trail zur Alp Grüm geht. Hier herschte Asiatenstimmung. Die Alp Grüm ist normalerweise der Sightseeing Point zum Bernina Gletscher. Heute leider nicht. Die Abfahrt war aufgrund der Wanderer ein wenig zögerlich, dann noch schnell an einer Gruppe Biker vorbei und dann gings rasant runter. Nach dem Lagh dal Palü folgt die schwere Bernina Abfahrtsvariante. Steil, Stufig, verblockt – was will man mehr. Gekonnte zirkelte ich bergab unter staunenden Augen der MTBler, die ich zuvor überholte. Genial würde ich sagen. Kurz vor Cavaglia endet der Trail und führt an den Gletschermühlen vorbei. Danach ging nochmals rasant und flowig zur Sache. Wie in einem Bikepark wurde die Strecke angelegt. Ein Meterbreiter Pfad perfekt geshapped mit Kehren und kleinen Wellen, dann wieder eine Kreuzung der Bahnstrecke und wieder rein in den Flow. Und siehe da, die Zeit verflog auch viel zu schnell und ich mußte mich richtig sputen, um den Shuttle zu erreichen. 10 Minuten vor Abfahrt war ich am Treffpunkt in Brusio unterhalb des Lago Poschiavo. Über eine sehr enge Straße und später schmalem Forstweg fuhr mich ein Fahrer mit seinem Sprinter der Post hoch zur Malga Basa. Eine Einzelfahrt für 30 Euro. Nicht billig, aber anderst hätte ich das heute nicht geschafft. Die letzten Meter hoch zum Col d´Anzana ist ein Wechselspiel aus Fahren, schieben und letztendlich ein wenig Tragen. Dort oben hatte ich eine wunderbare Aussicht und glücklicherweise hielt das Wetter noch, da für Nachmittag schon Gewitter angesagt wurde. Also schnell die Protektoren anlegen und rein ins Vergnügen. Die ersten Meter gehen wieder am Hang entlang dem Weg 301 folgend. Dann ändert sich die Richtung nach unten. Flott und ruppig über Wurzeln, Kehren, Flowpassagen und zuletzt noch einen alten Karrenweg, der mit einer enormen Steilheit noch Einheit gebot. Da glühten die Bremsen und die Maschine samt Fahrer wurde so richtig rangenommen. Mehr mals mußte ich einen kurzen Stopp einlegen um mich zu sammeln und den Belägen einen Chance zu geben. Ein Traum einer Abfahrt (für manche vielleicht auch ein Alptraum – für mich ein wahrer Genuss).

Bernina:

Col d´Anzana:

 


21.7.17 Schiazzera – short Edt.

Last Day – eigentlich mein Highlight Day in St. Moritz, aber das Wetter in St. Moritz war verregnet und definitiv nicht biketauglich. Also entweder straight home oder noch ein wenig radeln. Logisch – radeln. Also schnell noch auf der Festplatte gesucht und schon hatte ich die Five Downs wieder vor Augen. Schiazzera – der muß noch her. Aber nicht die komplette Runde, da diese zu lange und heftig wäre. Aber hoch zum Lago Schiazzera wäre mit 800hm und Anfahrt mit Auto machbar. Die Auffahrt mit dem Auto war schon schwer und eng. (und nicht ganz erlaubt) Die Strecke bis zum Rif. Schiazzera war easy going, bis auf die letzten 30-40hm, die waren richtig steil und nicht fahrbar. Ein paar Minuten später war diese Passage überstanden und ich stand vor der Hütte. Gleich folgte ich dem Weg weiter über einen Wanderweg und später grober, gerölliger Militärpiste bis zum Lago Schiazzera. Weiter gings aufgrund der Zeit und der dunklen Wolken nicht mehr. Also denselben Weg zurück auf dem Trail. So hatte ich noch 850hm runter und war gefixt für den nächsten Urlaub in Tirano, dass ich diese Tour noch vollende.

F A Z I T

Das waren definitiv die genialsten Tage in diesem Jahr – anstrengend, aber lohnenswert. Viele Touren über die 3000er Marke, mehr Tiefenmeter als Höhenmeter und herrlichstes Panorama.