2015.06 Val di Fassa

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Val di Fassa

Trails ohne Ende…

13.-18. Juni 2015

 

Diesmal ging es in die ladinische Region Val di Fassa, um eine knappe Woche die Trails der Region um Canazei zu unter die Stollen zu nehmen. Am Samstag gegen Mittag kamen wir in Fontanazzo (Campitello) in unserem Hotel Albergo Contrin an und wurden herzlichst aufgenommen. Das Hotel ist wirklich zu empfehlen! Zwar „nur“ 2 Sterne, aber die Zimmer sauber und geräumig, das Essen phänomenal gut und die Gastfreundlichkeit der Besitzer wie immer klasse.

B E S C H R E I B U N G

Vajolet-Tour

Da der Tag noch jung war und ich schon einen vollen Trailkalender geplant hatte, ging es gleich im frühen Nachmittag noch rauf aufs Bike in Richtung Süden zu den Vajolettürmen und deren gleichnamigen Hütte. Die ersten Kilometer rollten sich gemütlich auf dem Radweg bis Mazzin. Dort begann der Anstieg auf gut ausgebautem Asphaltweg hoch zum Rifugio Gardeccia. Ab dort beginnt der steile Schotterweg hoch zur Vajolethütte. Wer die letzen Meter im Sattel verbringt und nicht schiebt – vor dem ziehe ich den Hut. An der Hütte gönnte ich mir eine Coke und genoss die Aussicht auf den Rosengarten und die Vajolettürme. Der Rückweg ging zuerst auf derselben Strecke bergab bis zum Rif. Gardeccia und bog dann rechts auf einem schönen Höhenpfad runter zum Refugio Negritella. Ab da sind es nur noch wenige Meter zum Einstieg in einen Klasse Trail nach Vigo di Fassa. Der Rückweg nach Fontanazzo fuhr ich wieder entspannt auf dem Radweg zurück.


 

Langkofel-Runde

Leider war der Wettergott nicht auf meiner Seite und es war vorerst bewölkt und später sollte es regnen. Also früh raus und mit der ersten Gondel hoch zum Col Rondella, dem Hausberg von Campitello. Binnen ein paar Minuten später stand ich gute 1000hm höher unter der Felswand des Langkofels und dessen ungleichem Bruder dem Plattkofel. Wie Herz und Seele stehen Langkofel und Plattkofel zwischen den beiden Tälern Val di Fassa und Val Gardena (Grödnertal). Zuerst ging es auf Schotterwegen bergab zum Passo Sella und der Steinernen Stadt. Man sollte aber nicht direkt runterrasen, sondern die herrlichen Ausblicke auf den Sellastock, den Piz Pordoi, Marmolada, Seceda, usw. geniesen. Vom Passo Sella ging es weiter oberhalb der Steinernen Stadt auf Schotter und Trail in Richtung Rif. Comici. Ein paar Meter später bergab biegt links ein kleiner Kehrentrail ein und umkreist auf Trail die Langkofelseite des Grödnertals. Über Forstwege und sanfte Almwege ging es nun über die Seiseralm zur Zallinger Hütte. Nachdem es auf dem Weg dorthin zu regnen begann und ich eine Zwangspause einlegen mußte, entschloss ich mich eine Rast in der Zallinger Hütte einzunehmen um mich auf die zweite Hälfte der Tour wieder zu stärken. Der Weiterweg zum Passo Duron folgte einem herrlichen Höhentrail mit Blick auf die Seiser Alm, den Schlern und das Eisacktal rüber zum Passo Duron. Der Regen hat nun den kompletten Almweg aufgeweicht und dementsprechend war aufgrund der Kühe der Zustand. Ich wollte aber nicht die langweilige Variante über das Durontal zurück nach Fontanazzo, sondern folgte dem Trail auf der Schneid. Die Schneid ist ein herrlicher Höhentrail auf der Grenze zwischen Südtirol und dem Trentino und endet bei der Plattkofelhütte. Ab dieser mußte ich mich entscheiden: bergab ins Duron Tal oder den verbotenen Friedrich-August-Weg hoch zum Col Rondella? Da nicht viel los war, schob ich ein paar Meter auf dem Friedrich-August-Weg und entschloss mich aber nach einem halben Kilometer einen Trail bergab zu nehmen. Vorbei an der Plattkofel-Alm folgte ich bergab einem Trail unterhalb des Plattkofels über Almwiesen und Waldpfaden. Flow pur! Im Durontal angekommen mußte ich erstmal den Dreck und das Grinsen aus dem Gesicht wischen. Dann folgte schon nach Kreuzung des Baches ein direkter Trail runter nach Campitello. Wäre das Wetter besser gewesen, wäre das eine richtig gute Trailrunde gewesen.


 

Friedrich-August-Weg

Heute regnete es fast den ganzen Tag und es war sinnlos nochmals eine Schlamm-Biketour zu machen. Also hieß es heute Wanderschuhe anziehen und wieder die Gondel hoch zum Col Rondella zu nehmen. Unter dem Plattkofel folgten wir dem Wanderweg zur Plattkofelhütte über das Rif. Sandro Pertini. Ein herrlicher Weg im Auf und Ab überhalb dem Durontal! Zur Stärkung gab es auf der Plattkofelhütte einen leckeren Kaiserschmarn. Überraschend war die Hütte randvoll. Es gab also doch noch mehr Verrückte, die sich beim schlechten Wetter raustrauen. Der Rückweg war wieder identisch mit dem vom Vortag. Über die Plattkofel-Alm ins Durontal und im strömenden Regen berab nach Campitello.


 

Bindelweg Trailride

Auch heute wieder: Regenvorhersage! Was soll´s – ein richtiger Biker schreckt davon nicht ab, zumal man auf Alpcross davon auch nicht zurückschreckt. Zuerst aber noch einen Abstecher mit der Gondel hoch zum Col Rondella um die direkte Trailabfahrt von der Bergstation auf deinem Pfad (Sent. 528) unterhalb der Masten zu machen. Die ersten Tiefenmeter waren rutschig auf einem ausgewaschenen Almweg zu absolvieren und schon bald begann ab dem Rif. Elba der Spass. Bzw. sollte der Spass beginnen… Der Trail war rutschig, steil und geröllig. Hier empfiehlt sich eine gute Fahrtechnik und eine standfeste Bremse! Nach 1000 Tiefenmeter und pochendem Unterarm-Muskel-Zucken fuhr ich rüber nach Canazei um die Gondel zum Col die Rossi zu nehmen. Leider konnte ich noch nicht ganz hoch und ich mußte die letzten 500hm über den Passo Pordoi zum Einstieg des Bindelwegs hochtreten. Alle guten Dinge sind drei, oder? Ja, ich bin den Bindelweg schon zweimal gefahren. Heute fuhr ich also wieder ohne Wandersleute oder anderen Biker fast schon gespenstig auf dem herrlichen Höhenweg mit grandioser Sicht auf die Marmolada. Normalerweise! Die Königin der Dolomiten zickte heute und blitzte nur teilweise zwischen Wolken hervor. Vorbei an der Bindelweghütte ging es rüber zum Porta Vescovo. Ab hier war es Neuland für mich. Der Weiterweg auf einem gigantischen Trail zum Rifugio Padon war super spassig. Immer im bergauf und bergab über dem Fedaia Stausee auf festem Untergrund ging es dahin und stürzte erst ab dem Rif. Padon auf einer Schotterpiste rasant hinunter zum Passo Fedaia. Nach kurzer Einkehr blieb ich kurz auf der Passtraße am Ufer des Fedaia Stausees und erblicke immer wieder die Gletscher der Marmolada. Die Kreuzung der Staumauer war dann der Einstieg auf dem Bergab-Trail Richtung Canazei. Dieser war anfangs noch Steil und mit Kehren, später dann flowig und schnell zu fahren.



 

Latemar-Supertrail

Heute war ein traumhafter Tag angesagt. Also war es an der Zeit, das Highlight des Urlaubs unter die Stollen zu nehmen. Auf dem Radweg von Fontanazzo Richtung Predazzo vernichtet man gleich mal die ersten guten 25km, bevor ich wieder die Gondel von Predazzo zum Passo Fedeia in Anspruch nahm. Heute hieß es wieder Trailkilometer sammeln und schon oben bot sich ein herrlicher Blick über das Etschtal, dem Latemar, Rosengarten, der Palagruppe, Adamello, ect. Und ich entschloss gleich nicht der Standardroute zu folgen und schob noch ein paar Höhenmeter bergauf unter die Latemarfelsen. Ein sehr gut ausgebauter Höhenweg mit neugebauten Aussichtplattformen auf Schotter folgend fuhr ich am Rand des Latemargipfels entlang. Ein typischer Wanderweg auf dem man Rücksicht auf die Wanderer nehmen soll! Nach ca. 2km war dann Schluß mit Lustig. Hier biegt der Weg nun links ab und ich fuhr durch die Felsabbrüche und Geröll noch ein Stück auf dem 26er Weg weiter. Dann steht man plötzlich vor einer steilen Wand und einer Schlucht mit einem kaum sichtbaren Kehrentrail. Der Weg ist teilweise nur Handtuchbreit und relativ ausgesetzt. Auf der einen Seite die steile Latemarwand, auf der anderen Seite Tiefe. Hier besser Schieben! Danach Niemandsland zwischen riesigen Trümmern des Latemargesteins mit dem Bike als Übergepäck auf dem Rücken. Der darauffolgende Trail wäre super, nur war der Waldboden sowas von schlammig und aufgweicht, dass man nur Mühe hatte, voran zu kommen. Der Weiterweg im Tal folgte dem Forstweg zwischen Wäldern rüber zum Karersee. Das obligatorische Bild mit Karersee und Latemar im Hintergrund kurz gemacht und dann schwubs runter nach Welschnofen über einen versteckten anspruchsvollen Trail entlang eines reisenden Baches (Sent. 10A). Die Carezzabahn wartete schon und binnen ein paar Minuten befand ich mich unter dem Rosengarten. Nun folgte ich einem Höhentrail gegen den Uhrzeigersinn um den Rosengarten wieder zurück ins Val di Fassa um den letzen Trail nach Soraga/Moena in Angriff zu nehmen. Total erschöpft von soviel Trailkilometern im alpinen Gelände mußte ich die 20km auf dem Radweg zurück ins Hotel. Ein super Trailtag!


 

Seceda-Trails

Der letzte Tag schon wieder. Aber aufgrund des schönen Wetters war die Heimreise auf Abend verschoben worden. Also ein letztes Mal hoch zum Col Rondella und wieder auf demselben Weg der Langkofelrunde rüber zum Rif. Comici. Nur heute folgte ich der direkten Langkofelkreuzung ab dem Rif. Comici und ein Höhenpfad entlang des Langkofels mit Schiebepassage bis zum Mont de Seura. Ab hier war der Abfahrtstrail ein wenig abendteuerlich durch den Wald und Wiesen zu den Confing Böden Richtung St. Ulrich. Zuerst müssen aber ein Trail durch den Wald und eine 700hm Auffahrt zur Hartl Alm zurückgelegt werden um den Trail nach St. Ulrich zu erreichen. In St. Ulrich herrschte schon der Sella Rondo Hero Auftackt. Überall wurden schon die Banner auf das Ende Juni bevorstehende Rennen aufgehängt. Die Gondel der Seceda Bahn brachte mich nun direkt hoch und auch hier bot sich ein herrliches Panorama auf die Cremé-della-Cremé der Dolomiten (Sella, Langkofel, Marmolada, ect.) Nun trailte ich über Pfade hinüber zur Secada zwischen Felsabbrüche und losem Gestein auf superfahrbaren Wegen zur Regensburger Hütte. Die weiter Abfahrt über Trails nach Wolkenstein zur Ciampinoi Bahn verging wie im Rausch und schon bald war ich auf der Bergstation des Ciampinoi angekommen. Der Rückweg nach Campitello wählte ich auf den Spuren des Sellaronda und kreuzte über Trail die Comici Hütte. Doch dann wollte ich noch die Steinerne Stadt (ein Felssturz des Langkofels) direkt erleben und schulterte mein Bike durch das Labyrinth der Steinbrocken zum Passo Sella. Dort wurde gerade die Stafel zu Tatort Bozen gedreht und ein Verbrecher/Komissar huschte an mir mit einer Pistole vorbei. Bin ich jetzt im Fernsehn? Ab dem dem Passo Sella ging es weiter über die Sellajoch-Hütte und dem Abfahrtstrail nach Canazei entlang der Passstraße, die man abundzu kreuzt und schon gleich wieder im Wald verlässt. Bilanz heute: super Trailtour!

F A Z I T

Dank der Infrastruktur des Skitourismus kann man in der Region um Canazei die Gondeln zum schnellen Erreichen der alpinen Trails benutzen. Ich habe mir die Dolomiti Super Summer Card gegönnt, mit der man aus bis zu 100 Lifte frei wählen kann und soviel fahren kann, wie man will (oder schafft). Der Biketransport ist meistens frei (außer Grödnertal). Trotz der Liftunterstützung sind die Touren trotzdem anspruchsvoll und kräftezehrend. Ich werde sicherlich nochmals in diese Region kommen.

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