2017.06 Heubach – BikeTheRock

 „Bike The Rock“

Trails um Heubach / Ostalbkreis

15. Juni 2017

Ein wahres Juwel hat die Heubacher Bike Elite hier am Rande der Ostalb. Passend als Trainingsstrecke für den kommenden Südtirol Trip und als Erkundungstour („Versuchskaninchen“) für das Biketeam fuhr ich heute mal nach Heubach um die Trails am Rosenstein und Umgebung zu testen. Diese Runde hatte ich schon länger in Planung und konnte dank Internetrecherche zwei Touren zusammenfassen, um eine Maximalausbeute an Trails zu sammeln.

B E S C H R E I B U N G

Das Juwel in Heubach ist der Rosenstein mit seinem imposanten Fernsehturm und diversen schönen Plätzen (Ruine, Waldschenke). Wenn man in Heubach ankommt, meint man schon fast das ist eine Partnerstadt von Freiburg. Viele bewegen sich hier auf dem Zweirad oder zu Fuß und sind den Mountainbikern offen eingestellt. Zumindest machte ich diese Erfahrung, sofern man sich an die DIMB Trail Rules haltet. Doch woran liegt das? Na klar, am Rosenstein befindet sich die Bundesliga DH/Crosscountry Strecke. Also schnell das Auto auf dem Festplatz am Ende der DH Strecke abgestellt und rauf auf´s Bike. Geschenkt wird einem hier nichts. Es gibt keinen Lift oder ähnliches. Alles hart erkämpftes Brot. Im Durchschnitt muß man pro Trailabfahrt gute 200-250hm hochstrampeln. Mal lässig auf Asphalt, mal auf Schotter und manchmal auch auf Trails bergauf.

Die erste Runde vom Parkplatz ging auf dem Pionierweg (Straße) im Schatten gleich mal schön bergauf, am großen Wanderparkplatz vorbei Richtung Langenfeld. Dort trohnt er nun: Der Einstieg in den BikeTheRock Downhill. Zuerst noch flowig, dann schon die erste verblockte Rüttelpassage und dann einer Schlucht folgend bergab. Mal links hoch, wieder rechts hoch, Switchback und wer will mal einen Drop oder Table mitnehmen. Für Weicheier gibt es den Chickenway oder noch krasser die Directissima in der Mitte auf Schotter bergab. Ich nahm einiges mit, nur die Drops lies ich aus (ist nicht mein Fall). Im unteren Drittel kommen dann noch Kehren dazu. Dann kreuzt man die Auffahrtsstraße und im letzten Drittel hat man die Qual der Wahl, welche Linie man wählt (Flowtrail, Drops, ect.). Unten am Parkplatz wartet dann noch der Pumptrack.

Dann gings schon wieder hoch. Step 2 ging wieder auf dem Pionierweg bergauf. Nur diesmal in Richtung „Finsternes Loch“. Am Rosenstein Gipfel vorbei immer in Richtung Lautern zu den Höhlen, deren Namen „Finsternes Loch“ häftig klingt, aber tatsächlich riesige Höhlen sind, die man vor dem Kehrentrail durchfährt. Zuvor kommt noch eine kleine Schickane in Form einer Steinrinne mit Stufen und einer Behelfsleiter. Dieses Hinderniss kann man befahren oder schieben. Nach den Höhlen beginnt der Spass. Ein herrlicher Flowtrail mit Spitzkehren. Diese sind anderst als erwartet gar nicht so schlimm und können im Grunde gut ohne Versetzen des Hinterrads befahren werden. Vielleicht 1-3 Kehren je nach Bike und Linienwahl.

Ehe man sich versieht ist man schon in Lautern. Nun heißt es wieder hoch zum Rosenstein, was in diesem Falle wieder gute 230hm Muskelschmalz frisst. Im wahrsten Sinne des Wortes. Hier kommt der Hammeruphill der kompletten Tour. Zuerst noch human, dann nach einer vermoosten Wasserstelle heißt es Zähne zusammenbeisen und hochdrücken. Nach kurzer Zeit hat man diese Passage nun hinter sich gebracht und biegt oben zum Ölmühlen-Trail ab. Diesen bezeichne ich jetzt einfach mal so, da am Ende eine alte Ölmühle steht. Den Trail sieht man schon beim Uphill. Dieser hat es schon mehr in sich. Der Weg wird verblockter, wurzliger, hat enge Kehren, die das Hinterradversetzen verlangen und dazu noch teilweise in den Kehren rutschig, stufig und/oder wurzlig sind. Dazu gesellt sich noch eine Briese Steilheit dazu. Holla die Waldfee. Das ist schon ein anderes Kaliber als der Finsterne Loch Trail. Wer bei dem vorhergehenden Trail schon Probleme hat, wird hier nicht glücklich!

Unten angekommen heißt es nun Step 4. In einer Umrundung des Rosensteins geht es zuerst gemach auf einem schattigen Forstweg leicht bergauf, dann wechselt der Weg auf einen Trail bergauf. Wieder 200hm sind in den Beinen. Gute 850hm auf 16km zeigt der Tacho bereits an. Hier oben am Rosenstein ist es mittlerweile Mittag und die Heerscharen an Wanderer versammeln sich mittlerweile an der Waldschenke, kurz vor der Rosenstein-Ruine oberhalb der Scheurer Felsens mit seinen tiefen Höhlen, die man mit passender Ausrüstung begehen kann. Ich war dankbar, dass die „Rotsocken“ sich zuerst mal ihre Mägen vollschlugen und ich schwubs an der Schenke vorbei zur Stahlbrücke fahren konnte. Diese verbindet zwei Felsen, auf deren anderen Seite sich Reste der Ruine befindet. Offiziel ist dieser Abschnitt definitiv für Bikes gesperrt. (ja, eigentlich alle Trails hier wegen der 2m Regel). Aber zum Glück nicht los und mit Rücksicht sicherlich machbar, dachte ich mir. Zuerst muß man aber einen Blick durch die Ruinenfenster über Heubach wagen. Dann Arschbacken zusammenpressen und rein in den Downhill. Über Treppen, Kehren, Kehren mit Stufen gehen die ersten Meter steil bergab. Dann wird ein kurzer Teil flowiger ehe man an den Kletterfelsen des Scheurers mit seinen Höhleneingängen steht. Hier kommt ein wenig Gardaseestimmung auf. Fels, Pfade am Fels – wie am Lago. Darauf geht´s wieder zur Sache: steil bergab, abfallendes Gelände, enge Kehren mit Wurzeln oder verblockten Hindernissen. Oder auch mal wieder eine Stufe in der Kehre. Alles dabei was einen Spitzkehren Fanatiker erfreut. Leicht ist diese Abfahrt definitiv nicht!

Aufhören oder weiter? Geht noch was? Möglichkeiten gäbe es ja noch viele. Die letzte Schleife steht nun wieder an. Also wieder hoch zum Rosenstein. Diesmal in einer großen Schleife in angenehmer Steigung. Vorbei am BikeTheRock DH Einstieg zum Teufelsklingen DH. Während der Fahrt disponierte ich ein wenig um und fuhr gleich auf der Hochebne über die Bartholomästraße zur großen Schleife. Der Trail lässt schon ein wenig auf sich warten. Während dem pedalieren dachte ich schon, ob überhaupt noch was kommt. Und plötzlich wurde der Forstweg schmäler und mutierte zu einem Flowtrail, der dann am Bargauer Horn plötzlich stark abfallend, schmal und tricky wurde. Zuerst noch Kehren mit groben Schotteruntergrund, dann auf schmalen Wiesenpfad bergab. Nicht schlecht, wenn auch relativ kurz. Darauf der letzte Uphill. Mittlerweile merkte man die gefahrenen Intervallhügel in den Beinen und natürlich die 28 Grad waren auch nicht von schlechten Eltern. Also wieder hoch richtung Himmelreich, das schaff´ich schon noch. Am Wanderheim das Bike kurz über Stufen hochtragen, dann wieder pedalierend weiter, ehe eine fiese Schiebepassage bergauf noch an den Kraftreserven lutschte.  Die letzten Reserven für den Ostfels-Trail mußten noch langen. Dieser war in meinen Augen dann auch gut fahrbar und nicht mehr so ruppig wie die vielen Trails zuvor. Die letzten Meter nach Heubach waren dann dankender Weise auf Forstwegen. Hier könnte man wieder zig Trailvarianten suchen, die alle nach Heubach führen.

Ich für meinen Teil hatte nun genug und war mit der Runde zufrieden. Ich würde diese Runde definitiv nicht für Einsteiger empfehlen. Auf den geraden Trails würde ich S0-S1 sagen, Kehren, Steilheit, ausgesetzte Passagen, Stufen, ect. gehen dann schon häufig in solides S2-S3. Was man nicht unterschätzen darf, ist die Tatsache, dass man genügend Kondition und Kraft mitbringt, da die kurzen „230hm“ Uphills schon zährend sind und irgendwann für den Downhill die Kraft oder Konzentration fehlen kann. Also Vorsicht!

F A Z I T

Und an dieser Stelle mal ein Kommentar zum sozialen Bikeverhalten: DIMB-Rules beachten! Rücksicht auf Wanderer, keine Kehren abkürzen, keine Bremsspuren hinterlassen und vorausschauend bergab fahren. Wenn Zweifel besteht, lieber Absteigen und Schieben. Sonst verhärtet sich das 2m Gesetz auch hier in Heubach – wo ich das Gefühl hatte, wir Biker werden akzeptiert, sofern wir „höfflich“ sind und „keinen Mist bauen“!

BILDER

Leider hatte ich meine Kamera nicht dabei und muß nun mit Handyfotos ausharren: (SORRY)

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