2016.05 Kaltern-Bozen

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Kaltern 2016

5.-8. Mai 2016

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Südtriol – wir kommen! Endlich ist die lange Zeit des Winters vorbei und die erste Tour ging dieses Jahr ins warme Bozen. Welch ein Glück, denn am Gardasee, dem Vinschgau und auch um oberen Südtirol war das Wetter nicht so prächtig. Vielleicht haben wir dieses Jahr mal den Wettergott auf unserer Seite…

B E S C H R E I B U N G

KALTERN – OBERPLANITZING

5.5. Jenesien – Secret Trails

Heute war erstmal Anreisetag. Die nächsten vier Tage sollten abwechselnd Biken und Wandern sein. Ich habe mir bei der Vorbereitung für die Saison 2016 den Quadrizeps am linken Schenkel überlastet und demnach stechenden Knieschmerzen eingefangen. Zwei Tage zuvor hat der Orthopäde noch gemeint, ich soll´s langsam angehen lassen. Tja, was soll ich sagen? Gleich nach der Ankunft rauf auf´s Bike und erstmal über Radwege den kürzesten Weg nach Bozen gesucht. Bozen ist ja eine „Fahrradstadt“ – wenn man sich halbwegs auskennt! Ich beschloß, nicht die Jenesienbahn zu benutzen. Was sind schon 1100hm Uphill? Also bei der Abzweigung Jenesien gings auf der neuen Jenesien Straße hoch. Es brennte die Sonne und der Verkehr war mörderisch. Daran mußte ich mich erstmal gewöhnen. Zu all dem knacke was am Tretlager. So soll meine Saison beginnen? Also suchte ich nach Alternativen, wie ich dem Verkehr entfliehen könnte. Eine Abzweigung auf die alte Jenesienstraße wurde gefunden und schon war ich vollen Mutes, die letzten Meter noch zu schaffen. F.UCK – war das steil. Also dass hier sogar Ameisen Steigeisen benötigen, würde mich nicht wundern. Steigungen zwischen 20-25% zeigte mein Garmin an. Also schieben wir erstmal. Ich soll´s ja nicht übertreiben. Nach gut einer halben Stunde wurde es wieder erträglich und ich konnte auf der neuen Straße die letzten Meter nach Jenesien bewältigen.

Der Bozen Mountainbike Downhill in Jenesien ist lediglich unter den Einheimischen in Bozen und Umgebung sehr bekannt. Jenesien (1.100 m), oder San Genesio wie´s auf italienisch heißt ist ein uriges Südtiroler Örtchen und liegt unterhalb des Hochplateaus des Salten am Südhang des Tschöggelberggs. Bis zum Startpunkt dieser traumhaften Trail & Flow Tour sind noch 200hm von Jenesien zu strampeln bevor ich an die Trails gelang. Was nun folgt ist ein super schöner flowiger Single Trail durch Pinienwälder mit festem Waldboden. Hier kann man sein Mountainbike einfach nur laufen lassen und sich dem Sog des Speeds hingeben. Zwischendurch kommt nochmal ein kurzes Stückchen Bergauf, bevor der Trail dann steiler und ruppiger wird. Unbeding mitnehmen, die grandiose Aussicht auf Bozen oben am alten Rondell. Das Terrain wird stetig ausgesetzter und verblockter, was ich in den Fingern und Unterarmen zu spüren bekam. Ich überquerte mehrfach kleinere Bergsträsschen und gelangen nach einigen traumhaften Höhenmetern die wunderschönen Weinberge der Bozener Region. Nach KM 17 und 1.172 m feinstem Flow, kam ich direkt in Bozen wieder heil an.


 

6.6. Ritten – Nesselbrunsteig

Der Bozen Mountainbike Downhill am Ritten gehört zu den MTB Geheimtipps in der Bozen Region. Startpunkt dieses MTB DH ist die Ritten Bergbahn am Bahnhof in Bozen Downtown. Nein, nicht die Bahn nehmen – sondern selbst ist der Mann! Also selbertreten war angesagt! Auf der Straße nach Oberbozen ging es die ersten 2 Stunden bergauf. Herrliche Ausblicke auf das Eisack-, Etsch- und Sarntal boten sich an diesem sonnigen Tag. Auf 2/3 der Strecke bog ich links nach Signat ab und weiter in Richtung Oberbozen. Wer will, könnte hier zu den Erdpyramiden abzweigen, welche auf dem Weg lagen.

Oben auf dem Hochplateau von Oberbozen angekommen hielt ich mich links und folgen der Holzbeschilderung Richtung Bozen (Nr. 2). Ihr solltet hier auf der Hochebene mal kurz, oder auch länger, inne halten und die unglaublich schöne Aussicht auf die Dolomiten Schönheiten Schlern und Rosengartengruppe genießen. Je nach Tageszeit schimmern die schroffen Wände in unterschiedlich bunten Steinfarben. Ich cruiste auf dieser Hochebene ca 2 km bis es heißt: Rock´n´Roll. Am Anfang geht es leicht Bergab durch einen Pinienwald, bis der Trail immer steiler und steiniger wird. Aber der Flow soll bis nach Bozen erhalten bleiben! An einer Gabelung heißt es Nesselbrunnsteig (Nr. 3). Aber Vorsicht, hier steht ein Bike Verbotsschild. Unter den Locals ist dies der absolute Geheimtipp und alle Bozener Freerider & Downhiller kennen diese Knallerabfahrt. Glücklicherweise kein Wanderer, Ranger oder sonst wer! Ab hier beginnt der Bozen Mountainbike Downhill am Ritten so richtig: Naturanlieger, Wurzelpassagen und enge Serpentienen, hier wird alles geboten. Der Downhill scheint schier endlos zu sein. Mit einem Dauergrinsen fährt man die restlichen 100 Höhenmeter durch die schönen Weinberge runter nach Bozen. What a FLOW?


 

7.5. Wandern zu den Stoanerne Mandln

Da das Knacken am Tretlager schlimmer wurde und ich wegen des Knies eine andere Bewegung brauchte, wurde das Bike gegen Wanderschuhe eingetauscht und wir fuhren mit dem Auto ins schöne Sarntal. Schon allein die lange Anfahrt durch die enge Schlucht von Bozen nach Sarnthein war´s schon wert. In Sarnthein suchten wir nach dem Touristeninfocenter und kauften uns erstmal eine Wanderkarte. Die nette Frau empfahl uns ein paar Touren und die Wahl fiel auf die „Stoanerne Mandln“. Ich kannte diesen herrlichen Gipfel schon von meiner Meran 2000 Trailtour. Heute fuhren wir hoch bis zum Wanderparkplatz des Putzer Kreuzes. Entgegenkommen sollte hier nicht unbedingt wer, denn die Straße ist sehr schmal und kurvenreich. Bis zum Putzerkreuz sind es nur ein paar Minuten Gehzeit. Allerdings recht steil bergauf. Für eine Einkehr war es noch zu Früh und wir machten nur kurz Rast. Dann ging es weiter bis wir an die Abzweigung zu den Stoanerne Mandln kamen und der Weg schmäler wurde. Ein herrliches Panorama im Rücken auf Schlern, Rosengarten, Lang- und Plattkofel. Sogar kleinere Schneeüberreste waren noch zwischen den Sträuchern, was für unseren Paul der „Himmel auf Erden“ war und für uns immer wieder ein Lacher wert war. Nach ca. 650hm bergauf erreichten wir unser Ziel. Was hinter den Stoanernen Mandln steckt, ist nicht ganz klar. Die einen sagen, das waren Markierungen für Hirten, die anderen widerum meinten religiöse Hintergründe und andere meinen, das sind Denkmäler an den Krieg. Dutzende aufgetürmte Steinmänner rund um den Gipfel und dessen Kreuz. Ein herrliches 360 Grad Panorama. Sogar die Marmolada und den Ortler kannte man erspähen. Dieser Platz ist auch sehr beliebt bei Bikern! Nach kurzer Rast hieß es wieder Schuhe binden und der Abstieg über das Putzer Kreuz. Dort kehrten wir nach einer herrlichen Wanderung ein und gönnten uns eine gute Hirtenpfanne. Alles passte heute wieder (Wetter, Essen, usw.)

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8.5. Durnholzer See

So schnell kann ein verlängertes Wochenende zu Ende gehen. Heute war Abreisetag. Aber sofort heim? Nee, wir wollten nochmals ins Sarntal, da mein Vater noch zum Durnholzer See wollte. Die Auffahrt ging wieder über Sarnthein und weiter Richtung Süden, bis rechts die Abzweigung zum Durnholzer See kam. Noch ein paar Kilometer und schon waren wir da. Es war frischer als im Tal aber trotzdem herrlichstes Wetter. Es sollte eine kleine Runde werden. Also umkreisten wir den See an der Seepromenade und machten noch einen kleinen Abstecher bergauf entlang eines Wildbaches (wegen Paul!). So schnell verging die Zweit und wir traten die Heimreise an. Aber nicht über den Brenner, sondern nach Sterzing über das Penser Joch, welches das Sarntal mit dem Wipptal verbindet. Ein herrliches Pass! Oben lag noch Schnee und die Schneefräse zeugte noch von kurzer Schneeräumarbeit hier oben. Dieser Übergang steht irgendwann mal mit dem Bike an. To be continued… END.

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F A Z I T

Für das erste Urlaubsziel 2016 ein sehr guter Einstieg. Super Wetter, gutes Essen, schönes Hotel (Tannhof in Oberplanitzing) und geniale Klassiker in der Region (zu Fuß und auf dem Bike).

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