2018.05 Gardasee San Giorgio

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Trail Opener am Lago

Gardasee 2018 – San Giorgio

17.-21. Mai 2018

 


Auf ein Neues ins Bikejahr 2018 – so wie die meisten gings bei mir auch wieder als wettersichere Traildestination an den Lago di Garda. Seit Wochen verfolgte mich das Pech, nun soll auch mal ein Highlight den Optimismus stärken. So fuhr ich wieder an den Norden vom Gardasee, besser gesagt nach San Giorgio zwischen Arco und Riva. Wie es war, lest hier weiter.

 

B E S C H R E I B U N G

17.5.18 Creste di Reamol

Ich war nicht schlecht erstaunt, als ich die ersten Bilder im Netz fand. „Da muß ich hin“ sagte der Devil in meinem Kopf. Dass das Ganze nicht leicht wird und extrem gefährlich war, wußte ich und so war die Ideen manifestiert, diese Runde zu fahren. Zuerst ließ ich mich gemütlich zum Ledrosee shuttlen. Dann gings gemächlich durch das Val Casarino hoch bis zum Bocca dei Fortini udn Passo Guil. Diesen Punkt kennt jeder Tremalzo Bezwinger und rauscht weiter Richtung Pregasina. Nur ich kannte einen „Sidestep-Trail“ aus diversen Internetsuchen. So schob ich mein Bike ein paar Meter nach oben und folgte einem herrlichen Flowtrail unterhalb den Monte Guil bis zur Tremalzoroute am Passo Rocchetta. Bis zum Passo Rocchetta war alles noch „save“. Hier fahren die meisten den 422er weiter, um einen herrlichen Blick vom Punta Larici aus auf den Gardasee zu erhaschen. Doch hier zweigt ein Monster-Extrem-Trail ab. Er ist nicht wirklich schwer zu fahren, aber sowas von ausgesetzt. Auf der einen Seite der Fels, ein Handtuchbreit weiter der Abgrund. Dazu gesellt sich abundzu noch ein schräglaufender, abfallender Trail. Ein falscher Schlenker mit dem Lenker oder ein Hängenbleiben am Fels und das könnte der letzte Trail gewesen sein. Der Trail verläuft überhalb des Val d. Reamol unterhalb des Monte Palaer und spuckt einen am Punta Larici wieder aus. Auch ich schoss meine Pics am Aussichtspunkt, doch folgte dem Abgrundtrail weiter zum „Secretplace“. Ein ausgesetzter Trail zu Alpinistellung. Leider war ab dieser Stellung der Trail schon sehr derb, steil und rutschig. Ich war froh als ich den 422b wieder erreichte und beendete meine Runde mit der Ponale Rückfahrt nach Riva.


18.5.18 Punta Telegrafo

Letztes Jahr hatte ich diese Mission schon vor, dieses Jahr sollte es was werden. Wie am Vortag hieß es, dass es gegen späteren Nachmittag regnen soll. Sollte also zu schaffen sein. Also ließ ich mich nach Prada zur südlichen Monte Baldo Seite shuttlen und startete meine Runde am Parkplatz Pozze di Pralago. Die ersten Meter waren gut zu pedalieren und so folgte ich dem 51er und später dem Sent. 655 bis zur Abzweigung Baito di Naole. Hier bog ich ab um mir noch das Forte di Naole mit deren chinesischen Mauer am Baldo Rücken Richtung Süden zu betrachten. Dann ein kleiner Trail, kurze Tragepassage hoch und wieder auf den 655er oberhalb des Skigebiets Costabella zum Rif. Fiori di Baldo. Weiter dann am Rif. Chierego vorbei bis zur Bocchetta di Coal Santo. Bis hier her kannte ich die Strecke. Und wieder zog Nebel auf. Sollte sich die Geschichte wiederholen? Nein, durch die Spalte hindurch und die Sonne blinzelte hervor und zeigte mir den alten Monte Baldo Höhenweg Sent. 658. Kurz ein paar Serpentinen ab und dann ein genialer Trail, der absolut außerhalb der Wandersaison zu fahren ist! Doch plötzlich eine Schickane auf der Strecke. Ein Schneefeld (fast schon lächerlich) versperrte mir den Weg. Darauf laufen wäre zu gefährlich gewesen. Obenrum gings nicht, also fünf Meter im Geröll bergab und untenrum. Das Geröll war sehr lose und man mußte sich vorsichtig bewegen, sonst wäre es aus mit Lustig gewesen. Ich sag ja, Lächerlich in den Augen, aber praktisch zu lösen: gar nicht so einfach. Vorallem mit dem Bike auf dem Rucksack. Danach wollte ich weiter zum Cima Valdritta. Doch der Nebel zog auf und die Donner waren zu hören. Also Bike auf Rucksack legen, einen Pfad zum Rif. Telegrafo hochsteigen um ggf. sicher zu sein. Ich hatte noch Zeit auf den Punta Telegrafo zu steigen, ehe ich schon mehr Donner aus dem Carega Massiv hörte. Die Schoner ans Bein, Helm save und ab zu Rakete zur Schutzhütte. Ab hier gab es die Option den „Westtrail“ zum Lago abzufahren. Ich würde diese Entscheidung nicht mehr treffen. Der Name Sentiero Naturale sagt eigentlich schon alles aus. Zuerst noch harmlos, später allerdings stark verblockt. Und bei meinem Glück den dritten Tag Regen. Nur diesmal heftigster Guss von oben, dazu Hagel, Donner und Blitze. All das im Hochgebirge. Alter Schwede – da geht einem der Stift. So wartete ich zusammengekauert immer wieder unter diversen Unterständen und fuhr etappenweise bergab. Echtes Stolperbiken und Schieben. Der Weg war schon ein Bach und meine Schuhe füllten sich bereits komplett mit Wasser. Total durchnässt erreichte ich Assenza im man wird es nicht glauben: Sonnenschein. Zurück wollte ich eigentlich mit der Fähre, die aus irgend einem Grund die Tage nicht fuhr. Also die restlichen Kilometer zurück nach Malcesine und dort ließ ich mich dann abholen.


19.5.18 San Michele Crosscountry

Tja, eigentlich sollte dieser Tag ein Kapitel vom letzten Jahr abschließen – offene Baustellen sollte man schnell fertig machen. Also fuhr ich mit dem Bike von Vesio am Parkplatz von San Michele los und radelte dem Monte Caplone entgegen dem Uhrzeigersinn entgegen. Wettervorhersage war gegen späten Nachmittag 1-2mm Regen. Und wie immer und passend zu meiner Pechsträhne: Der Regen kam schon um 11 Uhr. So beendete ich die Tour am ersten Tunnel nach der Bocca di Lorina. Es machte einfach keinen Sinn mehr weiter zu radeln. Demnach schloß ich das Kapitel heute ab und radelte wieder tropfnass zurück nach Vesio.


20.5.18 Monte Caplone und Cima Tignale

Was tun? Neu Baustelle beginnen oder doch eine Alte beenden? Wetter war wieder unbeständig und gegen Nachmittag mußte man vereinzelt mit Gewitter rechnen. Aber wieder das ganze San Michele Tal hoch? Um dann wieder abzubrechen? Unser Hotelier ist ein Gläubiger und betete die für mich, dass das Wetter diesmal hält. Also gut, dann doch die Caplone Runde fertig machen. Ich ließ mich bis zum Passo Tremalzo shutteln, um einen Quereinstieg am Bocca di Lorina zu machen. Das spart Höhenmeter und Zeit. Am dem Bocca die Lorina verschmälerte sich der Weg zu einem Alpini Nachschubweg. In ettlichen Kehren und Tunneldurchquerungen durch das Valle di Campo erreichte ich mal fahrend, mal schiebend mein erstes heutiges Ziel, den Monte Caplone. Die letzte Tunnelfahrt muß wegen Zusammenfall dessen umstiegen werden. Das nutzte ich gleich aus, um den Monte Caplone direkt zu besteigen. Also Bike als Übergepäck auf den Rucksack gelegt und die letzten 100hm bergauf getragen. Dies lohnte sich auf jedenfall. Denn vom Gipfelkreuz (oder was auch immer das dastellen soll) hat man eine grandiose Aussicht auf die umliegenden Berge, den Adamello, Monte Baldo, usw. Doch aus der westlichen Ferne war schon die Regenfront im Anmarsch. So packte ich meine sieben Sachen zusammen und nahm den ausgesetzen Trail zur Malga Tombea unter die Stollen. Dort wäre zuvor noch ein Trail bergab gegangen, den ich aber aus Unsicherheit ausgelassen habe. Also schnell weiter auf dem Sentiero Antonioli bis zur Bocca di Caplone. Diese Strecke war mir wieder sehr bekannt. Ein nächstes Trailschmankerl hatte ich da schon im Ausblick, doch dieses muß bis zum nächsten Urlaub warten. Ich versuchte dem Regen zu entkommen und fuhr bergab durchs Val di Campei  und bergauf bis zum Passo della Fobia, um am Passo Scarpape mein nächstes Trailschmankerl in Angriff zu nehmen. Die Sonne gesellte sich wieder zu mir und ich fuhr den Höhenpfad in Richtung Cima Tignale entgegen. Nur ein paar letzte Stellen zwangen zum Schieben. Hier war er nun – der 254er vom Cima Tignale. Ein schmaler, steiler, kehrenreichen und ausgesetzter Trail. Was soll ich sagen: teilweise gut fahrbar, dann wieder sehr geröllig. Äste und Steine zwangen zum Schieben. Auf den letzten Trailmetern fing es an zu nieseln, also schnell weiter. Das letzte Stück fuhr ich wieder aus Asphalt hoch nach Vesio. Hier wollte ich eigentlich noch durchs Val Puria nach Limone, aber der Wettergott hatte dann doch keine Geduld mehr und lies es wieder richtig schütten. Erstes Kapitel Caplone abgeschlossen. Eine einsame schöne Runde abseits des Tremalzo Mainstreams.

 

 

 

 
 

F A Z I T

Wieder einmal vier klasse Touren gemacht, obwohl mich das Wetter nicht ganz glücklich machte. Aber wenn schon Wochen zuvor alles schief läuft, warum soll es dann im Urlaub plötzlich rosig werden? Unterm Strich trotzdem ein klasse Urlaub am Lago, den ich eigentlich nicht wirklich besuchte, sondern nur einmal kurz vorbeiradelte. Die nächsten Ziele sind bereits schon im Kopf und bestimmt kein Mainstream! Danke an dieser Stelle auch wieder an das Hotel San Giorgio für die Unterkunft, Essen und netten Service.

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