2014.10 Vinschgau Tabland/Naturns

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Vinschgau – Tabland/Naturns

29.9. bis 3.10.2014

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Zum zweiten Mal in diesem Jahr fuhr ich zusammen mit meinen Eltern und unserem Labradudel Paul ins Vinschgau. Diesmal das untere Vinschgau, das an das Meraner Land angrenzt. Aufgrund der Wärme bis tief in den Herbst rein war das die richtige Entscheidung. Also gings über den Fernpass gen Süden und wir erreichten schon vormittags unsere Pension in Tabland – ein kleiner 320 Einwohner Ort in der Gemeinde Naturns. Mein Zimmer bot auf dem Balkon einen herrlichen Blick auf den Gletscher des Samnaun, auf das Schloß Juval und natürlich über das Apfelreiche Vinschgau.

Nicht lange gefackelt und die Klamotten gewechselt. Schließlich bin ich ja zum Biken hier! Meine erste Route führte mich nach kurzem Tourencheck zur Tablander Alm. Diese Tour wurde vom Bike Magazin als Trailtour beschrieben, deren Schmankerl sich ein wenig Zeit lässt. Zuerst mußten ca. 1250hm überwunden werden. Gleich hinter unserer Pension folgte ich der steilen Straße, um den Toureneinstieg in der zweiten Uphillkurve von Naturns kommend zu kreuzen. Die Straße wurde wenig später zum Forstweg und nach kurzer entspannter Tretterei fuhr ich eine „sackrisch-steile“ Rampe hoch zur Hauptroute. Diese Rampe ist normalerweise ein Teil des Lupo Trail – aber bergab! Dann war wieder gemütliches Bergauftreten angesagt und schließlich erreichte ich die Tablander Alm inmitten einer umwaldeten Berglandschaft mit freilaufenden Schweinen. Nach ein paar Fotos machte ich mich rasch auf und rollte hinter der Alm auf einem Panoramaweg Richtung Osten der Beschilderung „Ötzi-Trail“ entgegen, den ich schon bald darauf antraf. Also noch schnell die Protektoren angelegt und dann rasch rein in das Vergnügen. Naja – Schwierigkeitsstufe S2 bis S3 waren angesagt! Und noch dazu mit leicht rutschigem Untergrund und noch arbeiteten Forstarbeitern, die den Hang bewirtschafteten. Kurz mußte ich das Bike über Bäume und Äste tragen, dann rauschte ich dem Tal entgegen. Auf der Karte ist dieser Trail als Weg Nr. 5 eingezeichnet. Unterm Strich ein schöner Start in die „Trailwoche“! (Bilder...)

Am zweiten Tag wollte ich die Königstour übers Eisjöchl starten – naja, so war der Plan. Aber mein Pensionswirt meinte, es wäre Schnee dort oben (ich wurde am letzten Tag eines besseren belehrt!). Darum eine kurze Umplanung: Königstour Nr. 2. Die Panoramarunde zum Göflaner Marmorbruch. „Satte 1520 Höhenmeter stehen nach dem Anstieg zum Steinbruch von Göflan auf dem Tacho. Doch nicht nur der dort gewonnene Marmor, auch die Trails bergab sind vom Feinsten.“ So hieß es in der Beschreibung. Ich wertete das ganze noch auf, aber dazu später. Zuerst ging es gute 1300hm anspruchsvoll, aber gut fahrbar auf Asphalt, später auf Schotterweg – nein, besser gesagt auf Marmorschottbruch – bergauf. Der Marmor ist im Überfluß vorhanden, deshalb wurde der Schotterweg mit Marmorkiesel befestigt. Mal was anderes und irgendwie ein verrücktes Gefühl. Schon bald erreichte ich die Kantine des Bergbaus und deren Station. Leider ist das Betreten des Gelände verboten und ich fuhr nach wenigen Minuten bergab zur Göflaner Alm. Gut gestärkt machte ich mich dann nachmittags auf meine Streckenänderung auf. Auf dem Weg bergab besteht die Möglichkeit, den „Holy Hansen Trail“ mitzunehmen. Dieser Trail wurde von vinschgauBike künstlich angelegt und serviert Flow pur. Jede Kurve ist sehr flowig zu nehmen, auf den Geraden wechseln sich Wellen und kleine Jumps ab und das einzige was einen zum Anhalten zwinkt, ist das Schmerzen der Arme vom Bremsen. Was soll ich sagen: „Dauergrinsmodus“!!! (Bilder...)

Der Tag Nummer drei war mit Regen vorhergesagt. Lange überlegte ich morgens während dem Frühstück ob ich Biken oder Wandern soll. Ich entschloß mich mein Bike gegen die Wanderschuhe zu tauschen und wir fuhren zusammen ein gutes Stück zum Wanderparkplatz der Naturnser Alm hoch. Sehr kriminell auf einer „Einbahnstraße“ fuhren wir unzählige Serpentinen im Nebel und Nieselregen hoch. Am Parkplatz angekommen liefen wir über Fortwege und Wandersteig hoch zur Naturnser Alm. Dort war nicht viel geboten, aber wie bekamen was leckeres zu essen und machten uns nach der Rast weiter auf dem Panoramaweg über Zetnalm zur Mausloch Alm. Ein herrlicher Wanderweg im bergauf-bergab ohne eine Menschenseele! Zurück gings wieder über Schotterwege zum Auto. Wir haben das Beste aus dem trüben Tag gemacht und hatten sogar Glück, dass es nicht geregnet hat. Kurz blinzelte sogar die Sonne raus. (Bilder...)

Am vorletzten Tag Nr. 4 wurde schönes Wetter vorhergesagt und ich nahm wieder mein Bike unter den Hintern. Aus dem Bike Magazin wählte ich dasselbe Etappenziel wie am Vortag aus und fuhr nochmals auf demselben Weg hoch zur Naturnser Alm; nur diesmal mit eigener Kraft direkt von der Pension. Gemütliche 1400hm am Stück mit durchschnittlich 8 Prozent Steigung. Oben traf ich einen Leidensgenosse und wir fuhren die letzten 200hm zusammen hoch. Zusammen stärkten wir unsere Mägen mit Pasta und Radler. Die Naturnser Alm ist ein beliebtes Ausflugsziel im Meraner Land, da die Aschbach-Gondel und die Vigiljoch Bahn viele Wanderer im Minutentakt hochschuffieren. Durchschnittlich 250 Gäste am Tag sind auf der Naturnser Alm im Sommer keine Seltenheit. Aufgrund dieser Thematik hat sich der Tourismusverband dazu entschlossen auch hier Zeitregelungen für die Benutzung der Wege einzuführen. D.h. ab 15 Uhr konnte ich den Downhill über den alten Steinbruch (Stoanbruch Trail) in Angriff nehmen. Die Route folgte nun von der Naturnser Alm hinüber über den Weg Nr. 9 zum Vigiljoch und Schwarze Lacke zum Gasthof Seeblick. Direkt am Gasthof folgte ich der Beschilderung „Stoanbruch Trail“. Anfangs ein relativ einfacher Trail durch den Wald. Ich dachte schon: war das alles? Ab dem Steinbruch wurde es anspruchsvoller und gerölliger. Aber nicht wirklich schwer zu fahren (S2-S3 waren angegeben). Zurück gings von Rabland auf dem Vinschgauradweg zur Pension in Tabland. (Bilder...)

Alles hat ein Ende: Am letzten Tag des Urlaubs in Trabland wollte ich noch soviel machen, aber die Wahl fiel auf den Sonnenberg gegenüber. Im Internet wurde ich auf den „Vinschgau Cross am Sonnenberg“ fündig. Hört sich easy an… Also morgens gleich rauf aufs Bike und über den Radweg nach Kastelbel. Ab hier müssen ca. 1000hm auf einer gut ausgebauten Asphaltstraße hoch zur St. Martin Bergstation getreten werden. Wer will, kann auch mit der Gondel hoch, aber das Hochtreten ist doch Ehrensache! Das dachten sich auch viele andere Biker und somit fuhr ich im ständiger Begleitung Gleichgesinnter bergauf und erreichte nach 2 Std. den Vinschgauer Höhenweg. Dieser ist ab 14 Uhr für Biker freigegeben. Ich befuhr diesen eine halbe Stunde früher, hatte aber keine Probleme mit Wanderer. Im Gegenteil; die meisten waren freundlich und redseelig. Der Höhenweg ist wirklich atemberaubend und verläuft auf einer Gerade von Osten nach Westen am Hang des Sonnenbergs gegenüber dem Ortler, den man von dort über das Martelltal erblickt. Nach gefühlten 3-4 Kilometern ändert sich der Charakter des Wegs, der bis jetzt einem Handtuchbreiten Weg folgte. Die Downhillpassagen sind definitiv anspruchsvoll. Über Absätze, lockerem Untergrund, querlaufende Wurzeln oder engen Spitzkehren muß das Bike beherzt fortbeweg werden. Hier zahlt sich Federweg und Fahrtechnik aus. Wenn ich nur das Hinterradversetzen könnte, dann wäre die „Welt“ einfacher. Deshalb war für mich abundzu mal Bikeumsetzen runter vom Bike notwendig. Die letzten Kehren nach Goldrain sind dann nochmals heftig! Ein Feeling ala Gardasee: oben flowig und unten anspruchsvoll. Zurück gings wieder über den Radweg nach Tabland. (Bilder...)

Fazit: ich komme wieder… GRINS – die Auswahl an Touren und Trails im Vinschgau sind unerschöpflich. Egal ob Höhenmeterfresser oder Tiefenmetervernichter – hier ist alles machbar!


Bilder:

Tag 1: 2014-09-29_Tablander Alm – ÖtziTrail

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Tag 2: 2014-09-30_Göflaner Marmor – Holy Hansen

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Tag 3: 2014-10-01_Wandern Naturnser Alm

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Tag 4: 2014-10-02_Naturnser Alm – Stoanbruch Trail

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Tag 5: 2014-10-03_Vinschgau Sonnenberg Cross

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